Fantastisches Konzert 17 Hippies feiern 20-jähriges Bestehen

Begeisterten in der Lagerhalle: die 17 Hippies. Foto: Elvira PartonBegeisterten in der Lagerhalle: die 17 Hippies. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Es sind 13 Musiker, die ihre Zuhörer auf eine musikalische Weltreise schicken: die 17 Hippies. Nach sechs Jahren Osnabrück-Abstinenz beglückte das Musiker-Kollektiv die Fans in der Lagerhalle.

Eine große Laterne auf der Bühne vermittelt Straßenatmosphäre. Jedoch: Das Ding steht total schief. Das Bild passt zu der Band, die sich rund um die Laterne versammelt hat: 13 Musiker, die eine außergewöhnliche Art von Straßenmusik fabrizieren. Irgendwie schräg, weil sie unterschiedliche Stilarten wie orientalischen Klänge, keltischen Folk, osteuropäische Hochzeitsmusik, französischem Chanson, Polka und Cajun hemmungslos zusammenmixen. Aber nie wirklich schief, wie die Laterne, weil es sich um ausgezeichnete Musiker handelt, die genau wissen, was sie tun.

Es sind die 17 Hippies, die da in der Lagerhalle aufspielen. Rar gemacht haben sich diese 13 Individuen mit ihrem extravaganten Sound in den vergangenen Jahren in Osnabrück. Nach einem vollkommen verregneten, doch dafür umso intensiveren Auftritt während der Maiwoche 2009 und einem Konzert in der Lagerhalle 2011 war das Musikerkollektiv nicht mehr in der Hasestadt. Doch jetzt, zum 20-jährigen Jubiläum der Band, geben sich die 17 Hippies wieder die Ehre und beglücken das Publikum in der Lagerhalle mit ihrem speziellen Soundkonglomerat.

Gerade dirigiert Christopher Blenkinsop seine Kollegen durch eine ganz leise Passage: Flüsternd spielt das Akkordeon, das Banjo zupft einen dezenten Klang, der Kontrabass streicht einen feinen Tiefton. Dann kommt Leben in die Groß-Kapelle. Der Dirigent scheucht die Musiker in einen rasanten Beat, der zum Tanzen animiert. Viele Zuschauer in der gut besuchten Lagerhalle tun sich keinen Zwang an und bewegen sich.

Ein türkisches Lied aus Berlin wird von dem Percussionisten Romain Vicente, dem jüngsten Mitglied der Hippies, mit der Darbuka angetrieben, wenn ein Ausflug nach Louisiana unternommen wird, dominieren die Akkordeons und das Banjo, derweil der Balkanbeat von der Bläsersektion befeuert wird. Wenn gesungen wird, dann auf Deutsch, Französisch und Englisch. So manövrieren Blenkinsop und Kiki Sauer, die beiden Organisatoren der musizierenden Genossenschaft, ihre Kollegen durch eine Art „Best Of“ der vergangenen 20 Jahre, inklusive einer abenteuerlichen Interpretation des Shadows-Songs „Apache“ und einer Adaption des Funk-Knallers „Worksong“ von Bill Laswell, in dem das Euphonium die Basslinie übernimmt. Ein fantastisches Konzert, bei dem sogar der Tontechniker mit optimalem Klang brilliert.


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