Ein Bild von Wilfried Hinrichs
02.02.2017, 17:02 Uhr WEITERER STELLENABBAU

Dünne Finanzdecke: KME gibt Anlass zur Sorge

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Foto: Michael GründelFoto: Michael Gründel

Osnabrück. 86 Stellen werden bei KME abgebaut. Das erscheint bei 2000 Beschäftigten nicht viel, aber: KME gibt Anlass zur Sorge. Zu großer Sorge.

Trotz unbestreitbar hoher Kompetenz sind die Kapazitäten beim Kupferverarbeiter seit Jahren nicht ausgelastet. Jetzt hat es auch einen Teil des Sonderbereichs erwischt, der stets ein verlässlicher Gewinnbringer war, während andere Segmente schwächelten.

Der Betriebsrat zeigt mit dem Finger auf das Management des italienischen Mutterkonzerns, das auf Marktveränderungen zu spät oder gar nicht reagiert habe. Doch wichtige Rahmenbedingungen kann auch das Management nicht beeinflussen, wie den Kupferpreis zum Beispiel. Mit dem rasanten Preisanstieg wuchs der Druck etwa in der Baubranche, nach alternativen Materialen zu suchen. Man sah, Kupfer lässt sich ersetzen, und wo das geschehen ist, ist der Markt verloren.

Der Anpassungsprozess verlief bei KME bisher ziemlich eindimensional: Stellenstreichung und Kapazitätsabbau. Gelingt es KME nicht, neue Märkte zu erschließen, könnte sich die Spirale weiter nach unten drehen.

Wie ernst die Lage ist, zeigt das Testat einer Wirtschaftsauskunftsdatei, die bei KME „Zielüberschreitungen“ festgestellt haben will. Das heißt im Klartext: Die Rechnungen wurden nicht pünktlich bezahlt.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN