Erster Arbeitstag für neuen Chef Geschäftsführer Schwarz sieht FMO wieder im Aufwind

Von Wolfgang Elbers, 01.02.2017, 19:38 Uhr
Am 1. Februar erster Arbeitstag als Geschäftsführer des Flughafens Münster/Osnabrück: Der neue FMO-Chef Rainer Schwarz am Mittwochmittag vor dem Terminal, das nach 787000 Fluggästen im Vorjahr bis 2021/22 wieder von eine Million Passagieren genutzt werden soll. Foto: Jörn Martens

Osnabrück/Greven. Mit einer besseren Erfolgsbilanz kann der neue Geschäftsführer Rainer Schwarz kaum am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) starten: Der bisherige Chef des Airports Rostock-Laage hat sich mit einem Passagier-Zuwachs von zuletzt 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr zum 1. Februar von der Ostsee nach Greven verabschiedet.

Mittwoch hat der 59-jährige Flughafenmanager gegen halb neun den ersten offiziellen Arbeitstag an neuer Wirkungsstätte begonnen. Eine halbe Stunde später stand die erste Leiterrunde unter seiner Regie auf dem Terminkalender.

Bereits seit Jahresbeginn ist Schwarz, der für den neuen Job nach Münster-Handorf umgezogen ist, schon wenigstens einmal die Woche FMO-Termine wahrgenommen und in der Region Kontakte geknüpft hat. Die Erwartungen und der Erfolgsdruck sind hoch. In den vergangenen zehn Jahren hat der Airport in Greven einen drastischen Rückgang der Fluggastzahlen von mehr als 1,5 Millionen Ein- und Ausstiegen in 2007 auf 787000 Nutzer in 2016 verzeichnet, und muss in diesem Jahr die Nase wieder hochkriegen.

Ziel für 2021/22: wieder mehr als eine Million Passagiere

„Ganz klar, wir müssen die Wende schaffen und positive Zahlen liefern“, weiß der Flugverkehr-Fachmann, dass die zehn kommunalen Gesellschafter, die bis 2023 insgesamt rund 84 Millionen Euro Eigenkapital im Zuge eines langfristigen Entschuldungskonzepts zur Verfügung stellen, dauerhafte Millionen-Verluste kaum weiter mittragen werden.

Doch Schwarz ist ein Routinier, der nach den Stationen Nürnberg und Düsseldorf als Verantwortlicher am bis heute noch nicht eröffneten BER-Hauptstadtflughafen in Berlin auch die Tiefen des Geschäfts kennt und Optimismus zu verbreiten versteht: „Der FMO ist eine spannende Aufgabe. Ich sehe die realistische Chance, vor allem durch Zuwächse bei den Touristik-Flügen bis 2021/22 wieder auf mehr eine Million Passagiere zu kommen.“ Die Zahl sei für Airlines eine wichtige Schallmauer.

Schon im laufenden Jahr sieht er den Airport hier auf einem guten Weg und lobt die Arbeit des FMO-Teams in den vergangenen Monaten. „Für 2017 sind die wesentlichen Weichenstellungen erfolgt. Die Richtung stimmt.“ Eins steht für ihn fest: „Die FMO-Zukunft liegt vor allem im klassischen Flughafen-Geschäft.“

Ein zwischenzeitlich erfolgtes Update der Finanzierungskonzept-Zahlen von Ende 2014 sieht für 2017 jetzt 849000 Passagiere vor – ein Plus von rund 8 Prozent nach dem letztjährigen Rückgang von 4,5 Punkten.

Der neue FMO-Chef setzt vor allem auf Zuwächse in den klassischen Sonnen-Zielen. Die Fluggesellschaft Germania wird hier in diesem Jahr rund 100000 Flugsitze zusätzlich anbieten. Schwarz: „Es wird also als Erstes darum gehen, in der Region deutlich zu machen, dass es gerade im touristischen Bereich wieder ein umfangreiches und auch preislich hochinteressantes Angebot vom FMO gibt.

Einer der derzeitigen Schwachpunkte: Weniger als ein Drittel der potenziellen Kunden im Einzugsgebiet von Münster/Osnabrück nutzen Greven als Abflugort. Schwarz: „Da ist noch deutlich Potenzial nach oben.“ Weitere Chancen sieht er durch Low-Cost-Carrier, auf die auch die bekannten Airlines immer stärker setzten und die durch attraktive Ziele für City-Kurztrips das FMO-Angebot erweitern würden.

Weiter entscheidend: konkurrenzfähige Flugpreise. Schwarz: „Beim letzten Punkt hat sich aktuell schon einiges getan. Wir sind hier wieder eine Alternative.“ Klar ist für ihn: „Der FMO hat in den letzten Jahren über den Ausbau der heute bis zu neun täglichen Frequenzen in die beiden Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München im Geschäftsreiseverkehr ein – für einen Flughafen dieser Größenordnung – ungewöhnlich großes Angebot entwickeln können.“ Vor allem bei den Linien-Verbindungen zu den Drehkreuzen müsse der Standort mindestens über eine tägliche Verbindung verfügen. Schwarz: „Sonst entscheiden sich Businessreisende in der Regel automatisch für einen anderen Abflugort, da hier Flexibilität wichtig ist.“ Ziel sei es daher, die Turkish-Airlines-Verbindung nach Istanbul , die ab Ende März mit vier wöchentlichen Flügen nach Greven zurückkehrt, schnell wieder auf eine tägliche Frequenz aufzustocken. „Wir müssen wieder wachsen und ein positives Image bekommen“, lautet die Botschaft des neuen FMO-Chefs.

Rostock-Modell nicht FMO-kompatibel

Dabei sei das Geschäftsmodell Rostock-Laage aber nicht FMO-kompatibel. Das dort verzeichnete Wachstum von 50 Prozent in zwei Jahren ist vor allem auf Zubringerflieger zu den Ostsee-Kreuzfahrtschiffen zurückzuführen. Schwarz: „Solche Kooperationschancen gibt es hier leider nicht“ – und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Hier ist statt Meer nur der Dortmund-Ems-Kanal – aber viel Potenzial.“

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