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30.01.2017, 15:44 Uhr KOMMENTAR ZUR AFD OSNABRÜCK.

AfD Osnabrück zerlegt sich selbst

Kommentar von Jean-Charles Fays

Bei dieser AfD-Veranstaltung in Bad Iburg applaudierte der Chef des AfD-Kreisverbands Osnabrück-Land, Matthias Linderkamp, (Bildmitte mit Sakko) noch seiner Partei. Inzwischen ist er mit ihr zerstritten, weil sich ein Großteil der Mitglieder für eine Fusion mit dem AfD-Verband für die Stadt Osnabrück aussprach. Foto: Swaantje HehmannBei dieser AfD-Veranstaltung in Bad Iburg applaudierte der Chef des AfD-Kreisverbands Osnabrück-Land, Matthias Linderkamp, (Bildmitte mit Sakko) noch seiner Partei. Inzwischen ist er mit ihr zerstritten, weil sich ein Großteil der Mitglieder für eine Fusion mit dem AfD-Verband für die Stadt Osnabrück aussprach. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Die Auflösung der Kreisverbände in der Region Osnabrück hat Symbolkraft: Die AfD zerlegt sich selbst. Anstatt mit politischen Inhalten Akzente zu setzen, zerreibt sie sich in Strukturdebatten. Wenig spricht dafür, dass es mit neuem Personal an der Kreisparteispitze besser wird. Ein Kommentar.

Zu zerstritten hat sich die AfD bislang gezeigt, zu wenig Substanz offenbarte sich bei den vier Kreistagsabgeordneten auch auf politischer Bühne. Es reichte in keiner Kreistagssitzung zu einer Wortmeldung. Zudem blieben alle Anfragen unserer Redaktion zu politischen Inhalten stets unbeantwortet. Das Thema spielte dabei keine Rolle: Ob es um den Umgang mit dem Erlös aus den RWE-Aktien, um die Schulentwicklungsplanung mit einer IGS im Südkreis oder auch um die Beibehaltung oder Senkung der Kreisumlage ging, die AfD-Kreistagsfraktion blieb sprachlos.

Rechtspopulistische Parolen reichen nicht

Der AfD-Chef für die Stadt Osnabrück war nicht in der Lage, genügend Unterstützer für die Kommunalwahl zu finden. Was vom Chef des AfD-Kreisverbands Osnabrück-Land hängen bleibt, ist, was er unserer Redaktion im Kommunalwahlkampf sagte: Da aus seiner Sicht alle Flüchtlinge illegal in den Landkreis Osnabrück gekommen sind, muss sich der Landkreis laut Linderkamp auch nicht um ihre Integration bemühen. Die Genfer Flüchtlingskonvention, wonach Deutschland sich verpflichtet hat, Kriegsflüchtlinge aus humanitären Gründen aufzunehmen, ignoriert er. Wenn die Partei also nur mit solchen rechtspopulistischen Parolen punkten will oder kann und auch die AfD-Fraktion sich künftig nicht in der Lage sieht, Stellung zu den wichtigsten Themen des Landkreises zu beziehen, dann wird diese rechte Chaostruppe auch nach der Fusion zu einem neuen Kreisverband für Stadt und Landkreis Osnabrück nicht erfolgreicher sein.


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