Am Osnabrücker Neumarkt Fußgänger-Ampel weckt Interesse des Steuerzahlerbundes

Von Sebastian Philipp

Die kürzlich am Osnabrücker Neumarkt neu installierte Fußgängerampel hat das Interesse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) geweckt. Foto: Jörn MartensDie kürzlich am Osnabrücker Neumarkt neu installierte Fußgängerampel hat das Interesse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) geweckt. Foto: Jörn Martens

pm/sph Osnabrück. Die am Osnabrücker Neumarkt neu installierte Fußgängerampel hat das Interesse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) geweckt. In einem Schreiben an Frank Otte wird der Stadtbaurat aufgefordert, Stellung unter anderem zum verzögerten Aufbau der Anlage zu beziehen.

Konkret will der BdSt wissen, mit welchen Gesamtkosten die Anschaffung und Installation der neuen Ampelanlage verbunden ist und welche Kosten durch den vorzeitigen Abbau der bisherigen Ampeln eingespart wurden. Hintergrund: Bis Mitte Januar regelte eine provisorische Baustellenampel den Fußgängerverkehr zwischen Johannisstraße und Großer Straße. Die Anlage war allerdings nicht mit dem städtischen Steuerungsgerät gekoppelt, was dem Verkehrsfluss von Autos und Bussen nicht gerade zuträglich war.

Ampel für 15.000 Euro

Dass das Provisorium vor rund zwei Wochen abgebaut wurde, hat eine Vorgeschichte: Schon im September 2016 wurde im Stadtentwicklungsausschuss einstimmig das vorläufige Ende der damaligen Baustellenampel beschlossen. Für rund 15.000 Euro sollten neue Signalgeber beschafft werden, die mit den umliegenden Ampeln gekoppelt werden können. Zur Begründung für die Neuanschaffung wurde im Ausschuss seinerzeit unter anderem das nahende Weihnachtsgeschäft angeführt.

Dreieinhalb Monate Verzögerung

Letztlich vergingen zwischen der Beschlussfassung und der Aufstellung der Ampeln jedoch ganze dreieinhalb Monate – Mitte Januar und damit deutlich nach der Weihnachtszeit ging die neue Anlage in Betrieb. Als Begründung für die Verzögerung führte die Verwaltung an, zusätzliche Verkehrsbehinderungen in der Adventszeit sollten vermieden werden.

Hat sich der Verkehrsfluss verbessert?

Auch diesen Sachverhalt will der Steuerzahler-Bund erklärt wissen: Warum ist die neue Ampelanlage nicht bereits vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts installiert worden, wie es der städtische Beschluss eigentlich vorsah, heißt es in dem an Otte gerichteten Schreiben. Dort wird auch die Frage aufgeworfen, ob die neue Ampel nach bisherigen Erkenntnissen zu einer Verbesserung der Verkehrsituation am Neumarkt geführt hat. In der erwähnten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im September 2016 hatte Otte allerdings schon Erwartungen gedämpft, Staus auf dem Neumarkt ließen sich durch den Umbau künftig völlig vermeiden.

Was passiert nach März?

Möglicherweise schon im März will der Rat den Beschluss zur Sperrung des Neumarktes für den motorisierten Individualverkehr fassen – was ein Ende der jetzt neu installierten Ampeln nach sich ziehen könnte. Der Bund der Steuerzahler will daher auch erfahren, ob die Anlage an einem anderen Ort eingesetzt werden kann, falls sie am Neumarkt nicht mehr benötigt wird.


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