ÖPNV-Beschleunigung fraglich Bramscher Straße wird zum Start der E-Busse nicht fertig

Busse oder Autos – wer soll schneller vorankommen? Um diese Frage geht es beim geplanten Ausbau der Bramscher Straße. Foto: David EbenerBusse oder Autos – wer soll schneller vorankommen? Um diese Frage geht es beim geplanten Ausbau der Bramscher Straße. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Plan, die Bramscher Straße zu einer Vorrangachse für Busse und Radler auszubauen, gerät ins Stocken. Wenn die Elektrobusse Ende 2018 auf der Linie 41 in Betrieb gehen, wird allenfalls der Knotenpunkt am Hasetor und der vordere Abschnitt umgebaut sein. Es fehlt am Geld und an der Unterstützung aus dem politischen Raum.

Weil die Fahrbahn der Bramscher Straße vielfach geflickt und voller Unebenheiten ist, steht eine Sanierung ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadt. Im Zusammenhang mit der neuen E-Buslinie zwischen Haste und Düstrup kamen Überlegungen dazu, den Abschnitt vom Hasetor bis zur Haster Mühle zur „Umweltverbundvorrangachse“ umzugestalten. Fünf Millionen Euro werden für das Gesamtpaket veranschlagt, ein Teil davon sollte über den Nachtragshaushalt 2017 finanziert werden.

Zeitzuschlag für Autofahrer

Werden die Pläne umgesetzt, bekommen Busse und Radler freie Fahrt, für Autofahrer aus der Dodesheide könnte der Rückweg aus der Stadt aber geringfügig mehr Zeit kosten. Stadtbaurat Frank Otte hatte im vergangenen Jahr dazu bemerkt: „Der Autofahrer muss jeden Morgen sehen, wie der Bus an ihm vorbeizieht!“

Geplant ist ein Umbau der Einmündung am Hasetor. Busse sollen dort künftig auch stadteinwärts fahren können. Streit entzündet sich an der Frage, ob die Einfahrt an der Hansastraße für Autos gesperrt wird. Otte befürwortet das mit dem Argument, dass sonst eine gefährliche Situation für Radfahrer entstehen würde. Ähnlich ist die Problematik an der Haster Mühle, wo die Bramscher Straße wieder auf die Hansastraße trifft. Um die Busse zu beschleunigen, will der Stadtbaurat dem Individualverkehr einen anderen Weg weisen. Der soll über die Wachsbleiche führen.

Geld kommt später

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sind diese Pläne noch nicht inhaltlich diskutiert worden, es gibt aber Widerstände aus den Reihen von CDU, FDP und BOB. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Bramscher Straße zum Start der E-Buslinie nicht fertig sein wird, weil die Finanzierung über mehrere Jahre gestreckt werden soll. 600000 Euro für den Ausbau des nördlichen Knotens an der Haster Mühle, die der Fachbereich Geodaten und Verkehrsanlagen für 2018 beantragt hatte, werden voraussichtlich erst für 2020 bewilligt.

Konfliktträchtig ist auch die Frage, wie die Fahrbahn künftig gestaltet werden soll. Um Schutzstreifen für Radler anzulegen, wollen die Planer Stellplätze für Autos einsparen. Darüber wird mit Anwohnern und Institutionen wie der Handwerkskammer verhandelt. Inzwischen sorgen sich die Nahverkehrsplaner bei den Stadtwerken, dass die Busbeschleunigung in der Bramscher Straße auf halbem Wege stecken bleibt. Nach dem derzeitigen Planungsstand dürfte die Fahrbahn Ende 2018 nur auf dem Abschnitt vom Hasetor bis zur Weserstraße ausgebaut sein.

Wichtige ÖPNV-Achse

Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer bezeichnet die Bramscher Straße als eine „wichtige Achse im und für den ÖPNV“. Wenn die Stadt einen attraktiven öffentliche Nahverkehr haben wolle, spiele neben der Elektrifizierung auch die Busbeschleunigung eine zentrale Rolle. „Deshalb“, so Hörmeyer, „ist eine direkte Ein- und Ausfahrt in und aus der Bramscher Straße ein für uns wichtiges Thema“.


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