50 Jahre NOZ – 50 Jahre Zeitgeschichte 1969: Nach dem Holocaust Neuanfang für Jüdische Gemeinde

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In der Weststadt eröffnete die Jüdische Gemeinde 1969 ihre neue Synagoge. Foto: Emil HarmsIn der Weststadt eröffnete die Jüdische Gemeinde 1969 ihre neue Synagoge. Foto: Emil Harms

Osnabrück. Osnabrücks erste Synagoge hatte ein relativ kurzes Leben von nur 32 Jahren. Das 1906 in der Rolandstraße errichtete Gotteshaus war in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 von SA-Männern in Brand gesetzt worden.

Die Feuerwehr durfte nicht löschen. Oberbürgermeister Erich Gaertner verfügte am nächsten Tag aus vorgeschobenen Gründen den Abriss.

Die benachbarte Jüdische Schule Rolandstraße 5 überlebte Nazi-Terror und Bombenkrieg. Im August 1945 wurde mit Unterstützung der britischen Besatzungsmacht ein ehemaliger Klassenraum als provisorische Synagoge eingeweiht für die wenigen Holocaust-Überlebenden, die nach Osnabrück zurückgekehrt waren.

Pläne der Synagogengemeinde, an der Rolandstraße ein neues Zentrum jüdischen Lebens entstehen zu lassen, gerieten jedoch in Konflikt mit Erweiterungsplänen der Bezirksregierung. Als der Gemeinde ein 2900 Quadratmeter großes Grundstück in der Weststadt In der Barlage – die frühere Sandkuhle der Firma Peters – angeboten wurde, ließ sie sich auf einen Grundstückstausch ein und beschloss, dort ihr neues Gemeindezentrum zu errichten. Am 1. Juni 1969 wurden Synagoge und Kulturzentrum mit dem Entzünden des ewigen Lichts und der Aufnahme der Thorarollen feierlich eingeweiht.

Der für 1,4 Millionen DM mit Unterstützung von Land, Regierung, Kreis und Stadt errichtete Komplex war der zweite Synagogenneubau in Niedersachsen nach dem Krieg. Alfred Rose, Vorsteher einer aus rund 100 Seelen bestehenden jüdischen Gemeinde im Regierungsbezirk, hatte sich maßgebend für den Bau eingesetzt.

Nach 1991 nahm Osnabrück zahlreiche russische Juden als Kontingentflüchtlinge auf. Die nur noch aus 68 Alt-Mitgliedern bestehende Gemeinde wuchs auf 1021 Mitglieder (Stand 2015) an. Die längst viel zu klein gewordene Synagoge erhielt 2010 einen Erweiterungsbau.


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