Bundestagswahl im September Grundeinkommenspartei stellt Kandidaten für Landesliste auf

Gemeinsam für ein Ziel 
              
              (von links): Hans Stallkamp (neben Gastredner Enno Schmidt), Thomas Rackow, Joachim Winters (neben Bundesschatzmeisterin Verena Nedden), Anna-Sophie Brüning und Baukje Dobberstein kandidieren in Niedersachsen für die Grundeinkommenspartei. Foto: Jörn MartensGemeinsam für ein Ziel (von links): Hans Stallkamp (neben Gastredner Enno Schmidt), Thomas Rackow, Joachim Winters (neben Bundesschatzmeisterin Verena Nedden), Anna-Sophie Brüning und Baukje Dobberstein kandidieren in Niedersachsen für die Grundeinkommenspartei. Foto: Jörn Martens

Bramsche. Der im November gegründete Landesverband der Partei BGE (Bündnis Grundeinkommen) hat am Wochenende im Kloster Malgarten seine 15 Kandidaten für die Bundestagswahl im September aufgestellt – und hofft auf eine parteiübergreifende Debatte.

So inklusiv wie die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle ist auch die Zusammensetzung der Kandidatenliste, die ein breit gefächertes Spektrum an Generationen und Berufsgruppen umfasst. Eine Ärztin ist ebenso dabei wie ein Landwirt, ein Unternehmer, eine Opern-Dirigentin oder ein IT-Berater und Betriebsrat. Sie alle eint ganz unabhängig von Alter, Berufsstand und sonstiger politischer Präferenz die Idee, dass eine ausnahmslose, nicht leistungs-, sondern bedarfsbezogene finanzielle Sicherung der Existenz für alle die Basis für weniger Feudalismus und Erpressbarkeit, dafür aber für mehr Brüderlichkeit und soziales Miteinander und nicht zuletzt für eine flexible und freie Berufswahl wäre.

Anpassung an die Lebenswirklichkeit

Da in der heutigen Zeit der zunehmenden Digitalisierung Lebensläufe und berufliche Biografien längst nicht mehr kontinuierlich lückenlos und geradlinig verlaufen, würde eine solche generelle Grundsicherung unabhängig von weiteren Einkünften nicht nur eine Anpassung an die Lebenswirklichkeit bedeuten, sondern darüber hinaus die Menschen selbst dazu ermächtigen zu entscheiden, was sie tun möchten, statt fremdbestimmt vorgeschrieben zu bekommen, was sie tun müssen – „frei von jeglicher Existenzbedrohung“, wie der niedersächsische BGE-Landesvorsitzende Thomas Rackow betont.

Komplexes Thema

Als Ein-Themen-Partei, die mit diesem einen Thema aber durchaus komplex auch sämtliche andere Lebens- und Politikbereiche abdeckt, biete das BGE eine „gesamtgesellschaftliche Basis für viele soziale Problemlösungen im digitalen Zeitalter“, sagte der gebürtige Osnabrücker Enno Schmidt, der das „neue Betriebssystem der Gesellschaft“, das er jenseits des finanziellen Aspekts auch als „Kulturimpuls“ verstanden wissen möchte, seit mehr als zehn Jahren unter anderem in der Schweiz lanciert und als prominenter Gastredner die Aufstellungsversammlung im Kloster Malgarten bereicherte.

Debatte erhofft

An diesem historischen Ort seien auch die Gastgeber gern in das dreitägige Mitgliedertreffen eingebunden worden, das die unterschiedlichsten Menschen durch eine gemeinsame Idee miteinander verbunden habe, resümierte der ehemalige Wallenhorster CDU-Kommunalpolitiker Hans Stallkamp . Durch sein langjähriges Engagement für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das jenseits von links und rechts den „liberalen Verstand mit dem sozialen Herzen versöhnt“, hat er sich selbst in einen fortwährenden „Unruhestand“ versetzt – und hofft nun zusammen mit seinen Mitstreitern, über den Weg einer neuen Partei eine berufs- und parteiunabhängige Debatte darüber nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung anstoßen zu können.


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