Veranstaltungsprogramm 2017 Osnabrücker Loge feiert 300 Jahre Freimaurerei

Vorbereitung auf das 300-jährige Bestehen der Freimaurer: Christian Kuehn und Matthias Baethge (Meister vom Stuhl) von der Osnabrücker Loge „Zum Goldenen Rade“ wollen mit zahlreichen Veranstaltungen das weltweite Jubiläum der Freimaurer feiern. Foto: Hermann PentermannVorbereitung auf das 300-jährige Bestehen der Freimaurer: Christian Kuehn und Matthias Baethge (Meister vom Stuhl) von der Osnabrücker Loge „Zum Goldenen Rade“ wollen mit zahlreichen Veranstaltungen das weltweite Jubiläum der Freimaurer feiern. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Freimaurerei hat die Osnabrücker Loge „Zum Goldenen Rade“ für dieses Jahr ein besonderes Programm auf die Beine gestellt. In verschiedenen Veranstaltungen will sich der Bruderbund der Öffentlichkeit präsentieren und das Stigma ablegen, eine unnahbare Geheimorganisation zu sein.

„Unser Programm soll mit der geistigen Arbeit, der kulturellen Förderung, dem sozialen Engagement und dem brüderlichen Erleben die zentralen Dimensionen der Freimaurerei ins Spiel bringen und zusammenführen“, erklärt Matthias Baethge, Meister vom Stuhl. Gleichzeitig wollen die Osnabrücker Brüder nach seinen Worten der langjährigen Tradition der Freimaurerei gedenken, die mit der Gründung der Londoner Großloge am 24. Juni 1717 begann, was als Geburtsstunde der modernen Freimaurerei gilt. Entsprungen aus der mittelalterlichen Steinmetzbruderschaft verbreiteten sich die Werte und Ideale der Freimaurer über die ganze Welt. Inzwischen zählt die Bruderschaft etwa fünf Millionen Mitglieder.

Als internationaler Bruderbund, der sich für Freiheit, Toleranz, Brüderlichkeit, Mitmenschlichkeit und sozialen Zusammenhalt einsetzt, adressiert sich die Freimaurerei an den einzelnen Menschen, der sich in steter Arbeit an sich selbst und im Miteinander der Bruderschaft charakterlich weiterentwickeln und sich einer ethischen Lebensführung annähern soll. „Wir verstehen uns als Ort der Zusammenkunft von Freunden, wo man sich treffen und austauschen kann“, erklärt Manfred Kubillus von der Osnabrücker Loge „Zum Goldenen Rade“. Im Gegensatz zum allgemeinen Glauben sei die Freimaurerei weder eine Religion noch ein Religionsersatz, sondern vielmehr eine Verbindung von Menschen unterschiedlicher Überzeugungen und Weltanschauungen.

Freimaurer seit 1807 in Osnabrück

Zu den bekanntesten Freimaurern gehören Persönlichkeiten wie Friedrich der Große oder Johann Wolfgang von Goethe, die sich nach der Gründung der ersten Loge in Deutschland 1737 dem Bruderbund anschlossen. In Osnabrück wurden die ersten Freimaurer 1807 ansässig. Die Loge „Zum Goldenen Rade“ trifft sich im Lortzinghaus an der Katharinenkirche – der Name des Logenhauses geht auf den Komponisten Albert Lortzing zurück, dem die Loge zwischen 1827 und 1833 als künstlerische Heimat diente. Er widmete ihr zahlreiche Kompositionen.

Neben der Loge „Zum Goldenen Rade“, die als eine der ältesten Vereine der Stadt gilt, treffen sich im Lortzinghaus auch die Logen „Müffelmann zur Treue“, „Doric Lodge“, „Thistle and Saltire“ sowie die Frauenloge „Temperantia“. Trotz zahlreicher Verleumdungen, insbesondere während der Regentschaft Adolf Hitlers, in der zahlreiche Logen aufgelöst, Vermögen von Freimaurern beschlagnahmt und Mitglieder verfolgt wurden, konnte der Osnabrücker Bruderbund 2007 sein 200-jähriges Bestehen feiern. Erst im vergangenen Jahr kamen zahlreiche Mitglieder aus dem In- und Ausland nach Osnabrück, um mit den hiesigen Freimaurern ein Großlogentreffen zu veranstalten.

Theateraufführung und Poetry-Slam zum Jubiläum

Zum 300-jährigen Bestehen der Freimaurerei will die Osnabrücker Loge sich 2017 der Öffentlichkeit präsentieren und dem Eindruck entgegenwirken, ein obskurer Geheimbund zu sein. „2017 wollen wir dieses Phänomen endgültig ablegen“, sagt Matthias Baethge mit Blick auf das facettenreiche Programm.

Dazu zählt eine Podiumsdiskussion am 16. Januar im Foyer des Theaters mit dem Kulturwissenschaftler Jan Assmann. Thema sind monotheistische Religionen und Optionen der Aufklärung im 21. Jahrhundert. Zu einem Poetry Slam unter dem Titel „#human“ lädt die Freumaurerloge am 8. Juni in die Lagerhalle ein. Die Teilnehmer sollen sich in ihren Beiträgen kritisch mit Fragen der Humanität im 21. Jahrhundert auseinandersetzen. Zusätzlich wollen die Osnabrücker Freimaurer in diesem Jahr ein soziales Projekt unterstützen sowie an der Osnabrücker Kulturnacht teilnehmen. „Unsere Programm stellt eine neue Art der Öffnung nach außen dar, um den Unterschied zwischen ,geheim‘ und ,diskret‘ zu verdeutlichen. Wir müssen uns mit unseren Idealen keinesfalls verstecken“, betont der Freimaurer Christian Kuehn.


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