Kriegsszenen und Alltagsstudien Neue Ausstellung mit Arbeiten von Günter Sponheuer

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Den Horror des Syrien-Krieges hat Künstler Günter Sponheuer in einem Triptychon abgebildet. Foto: Hermann PentermannDen Horror des Syrien-Krieges hat Künstler Günter Sponheuer in einem Triptychon abgebildet. Foto: Hermann Pentermann

Georgsmarienhütte. Im Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte wird am Sonntag eine Ausstellung mit Arbeiten von Günter Sponheuer eröffnet. Sie gewährt einen umfassenden Überblick über das aktuelle Œuvre des Künstlers.

Eine Stadt explodiert. Wie eine Feuersbrunst dehnt sich eine gewaltige gelbschwarze Rauchwolke über einem urbanen Panorama aus. Sofort denkt der Betrachter an die Zerstörung syrischer Städte wie Homs oder Aleppo. Bilder, die sich in den vergangenen Monaten in den Köpfen der Menschen eingebrannt haben. Doch hier haben wir es nicht mit Filmen oder Fotos zu tun, die die Massenmedien uns täglich ins Haus schicken, sondern um ein gemaltes Bild, das im Museum Villa Stahmer ausgestellt wird. Günter Sponheuer hat es gemalt, ein Künstler, der sich nicht als politischer Künstler bezeichnet. „Ich denke nicht, dass ich mit meinen Bildern die Welt verändern kann“, sagt der gebürtige Essener, der sich in Fürstenau niedergelassen hat. Aber sein Triptychon zeigt den ganzen Horror des Krieges, der in Syrien tobt. Bereits 2014 hat er das dreiteilige Bild gemalt, das die Stadt Kobane im Norden Syriens zeigt. Links sind zwei Heckenschützen abgebildet, rechts sieht man drei türkische Männer, einen mit Feldstecher, die über die Grenze hinweg das Städtebombardement beobachten. Kein Kommentar?

Natur und Döner-Bude

So, wie er es auch in seinen anderen Bildern macht, bildet Sponheuer die Welt ab, die ihn umgibt. Ob Natur, die Döner-Bude in Fürstenau oder der Garten in Österreich, in dem er sich mit seinen Malerkollegen traf, um zu arbeiten: Die Sujets, denen sich der Künstler in seinen bisweilen großformatigen Bildern widmet, sind sehr unterschiedlich. Eine friedvolle Atmosphäre strahlt beispielsweise ein Landschaftspanorama aus, das „Spony“, wie ihn seine Freunde nennen, genau gegenüber von seinem Kriegsbild aufgehängt hat. „Blick von Slowenien nach Österreich“ heißt das aus vier Einzelteilen zusammengesetzte, mehr als drei Meter breite Panorama, gemalt im ganz speziellen Sponheuer-Stil: Abstrahierend, aber doch realistisch. Bisweilen überkommt es den vom Impressionismus beeinflussten Künstler und er malt den „Atelierofen in Eggermühlen“ mit schnellem Strich oder er vollendet eine Städteansicht nicht wirklich, so dass die Vorzeichnung auf der Leinwand an manchen Stellen noch zu sehen ist. Im Gegensatz dazu erinnert er mit dem Bild „Paris, Athene und Hera warten auf Aphrodite“ an amerikanische Realisten wie Edward Hopper: Auf einer Terrasse mit Blick auf´s Meer sieht man Touristen, derweil der im Vordergrund abgebildete Zankapfel den Transfer zur griechischen Mythologie leistet.

Ist es ein Hang zur Meditation, der ihn in der letzten Zeit häufig dazu motiviert, Wolkenbilder zu malen? „Himmelsereignisse“ nennt er diese Ölbilder. Die Himmelsformationen, Hybride aus materieller Substanz und luftigem Aerosol, bringen Sponheuers ganz besondere Liebe zur Farbe und deren speziellen Einsatz zum Ausdruck.

Alltagsszenen

Und dann sind da die Studien, die er seinen Mitmenschen widmet. Eine ganze Reihe von Szenen malte er, in denen Leute warten, zum Beispiel an der Kasse des Supermarkts. Die Spannung, die zwischen genervter Kassiererin und ungeduldigem Kunden entsteht, wird geradezu spürbar. Und bisweilen lässt er sich auch von den Bildern inspirieren, die über den Bildschirm seines Fernsehers flimmern: Angela Merkel, Markus Lanz im Talk oder die Schatten der Gespenster bei Harry Potter zeigen eine vorgegaukelte Realität, künstlerisch verfremdet. Die zweite Dimension verlässt Sponheuer, wenn er mit Hinterglasmalerei experimentiert. Bis zu vier Acrylglasscheiben schichtet er auf einen gemalten Untergrund, sodass das Bild eine erstaunliche Tiefenwirkung erzeugt.

Mehr als 70 Arbeiten sind ab Sonntag, den 8. Januar, im Erdgeschoss und im Dachgeschoss der Villa Stahmer zu sehen und gewähren einen umfassenden Überblick über das aktuelle Œuvre des Künstlers.

 

Museum Villa Stahmer, Georgsmarienhütte: „Ein Bild sagt mehr…“. Malerei von Günter Sponheuer. Sonntag 8. Januar (Eröffnung um 11 Uhr) bis 26. Februar, Di. und Do. 9-12 Uhr und 15-18 Uhr, So. 10-13 Uhr und 15-18 Uhr.


Museum Villa Stahmer, Georgsmarienhütte: „Ein Bild sagt mehr…“. Malerei von Günter Sponheuer. Sonntag 8. Januar (Eröffnung um 11 Uhr) bis 26. Februar, Di. und Do. 9-12 Uhr und 15-18 Uhr, So. 10-13 Uhr und 15-18 Uhr.

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