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03.01.2017, 06:12 Uhr KOMMENTAR

Osnabrücks NO2-Problem erfordert unliebsame Entscheidungen

Ein Kommentar von Jörg Sanders


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Osnabrück. Es ist keine Überraschung: Osnabrück patzte auch im vergangenen Jahr beim Stickstoffdioxid. Die Verwaltung argumentiert, ihre Möglichkeiten seien begrenzt. Aber nicht ausgeschöpft, meint unser Kommentator.

Natürlich kann der Rat nicht dafür sorgen, dass Autos realistische Werte gemäß der Abgasnorm Euro 6 einhalten. Es ist Aufgabe des Bundes, die Hersteller zu niedrigeren Schadstoffausstößen zu zwingen. Mit dem Nein zur blauen Plakette für Dieselfahrzeuge hat er eine weitere Chance auf Besserung vertan.

In der Tat: Die Möglichkeiten des Rats der Stadt sind begrenzt. Die voraussichtliche Sperrung des Neumarkts ist ein guter Anfang, um die Schadstoffbelastung zu senken, ebenso die Umstellung der Stadtwerke auf E-Busse. Doch auch die Anwohner anderer Hauptstraßen wollen keine womöglich krebserregenden Luftpartikel einatmen. Auf die Vernunft von Autofahrern, die jede noch so kurze Strecke mit dem Auto zurücklegen, darf der Rat nicht hoffen. Den Verkehr kann er durch Anreize reduzieren. Und er muss zusätzlich unliebsame Maßnahmen wie die Neuverteilung der Flächen zugunsten von Fußgängern, Radfahrern und Bussen in Betracht ziehen. Ein besseres ÖPNV-Angebot, mehr Carsharing und mehr Tempo-30-Zonen könnten ebenfalls Abhilfe schaffen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Nun ist Handeln notwendig.


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