Stadt und Land machen Tempo Bahnhalt Osnabrück-Rosenplatz soll Ende 2019 fertig sein

Näher zur Sutthauser Straße: Der Bahnhalt Rosenplatz wird voraussichtlich unweit dieser Eisenbahnüberführung entstehen. Foto: Jörn MartensNäher zur Sutthauser Straße: Der Bahnhalt Rosenplatz wird voraussichtlich unweit dieser Eisenbahnüberführung entstehen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Das Land drückt aufs Tempo, um den Bahnhalt Rosenplatz voranzubringen. Ab dem neuen Jahr stehen der Stadt Osnabrück 1,1 Millionen Euro für Planungskosten zur Verfügung. Ende 2019 sollen die ersten Züge halten.

Nach den aktuellen Plänen soll zunächst nur der Haller Willem am Rosenplatz halten, also die Verbindung zwischen Osnabrück und Bielefeld. Wegen der hohen Kosten wird die Strecke nach Münster erst einmal ausgeklammert. Neu ist auch, dass der geplante Bahnsteig voraussichtlich auf halber Strecke zwischen der Sutthauser Straße und der Iburger Straße entstehen soll. Bisher war ein Zugang zur Iburger Straße im Gespräch, doch dieser Standort droht an einer Grundstücksfrage zu scheitern.

Land zahlt 75 Prozent

Vor zwei Jahren galt die Bahnstation am Rosenplatz noch als langfristiges Projekt. Von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) wurde eine Fertigstellung um 2025 angepeilt. Doch dann nahm die Sache auf einmal Fahrt auf. Im Januar 2016 eröffnete der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) den Vertretern von Stadt Osnabrück, PlaNOS und Deutscher Bahn, dass der Haltepunkt für das Land höchste Priorität habe und möglichst schon 2017 in Betrieb genommen werden solle. Dafür stellte er zugleich eine 75-prozentige Förderung durch das Land in Aussicht.

Ganz so schnell geht es nun doch nicht, und das begründen die Planer mit dem großen technischen Aufwand. Lärmschutzwände müssen versetzt, eine Signalbrücke muss erweitert oder sogar neu gebaut werden. Für die Bauarbeiten ist eventuell eine kurzzeitige Sperrung der Strecke Köln-Hamburg erforderlich, und eine solche Sperrzeit muss zwei Jahre im Voraus angemeldet werden. Erschwert werden die Gründungsarbeiten zudem durch einen nicht hinreichend tragfähigen Baugrund.

Die Gesamtkosten hat ein Ingenieurbüro auf 5,8 bis 6,4 Millionen Euro hochgerechnet. In diese Summe sind die Aufwendungen für den Grunderwerb und den Bau von Fahrradabstellanlagen enthalten. Frühere Kostenschätzungen waren deutlich günstiger ausgefallen.

Vorkaufsrecht für die Stadt

Ob der Haltepunkt Rosenplatz etwas weiter westlich oder östlich gebaut wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Die Deutsche Bahn Netz AG hat sich aber mit Nachdruck für die Variante B ausgesprochen, die näher an der Sutthauser Straße liegt. Als vorteilhaft gilt dabei die räumliche Nähe zu den Wohngebieten Kalkhügel und Wüste, außerdem zu verschiedenen Uni-Einrichtungen und den Berufsbildenden Schulen. So steht es in einem Verwaltungspapier, das kürzlich dem Rat vorgelegt wurde. Für die Variante A mit Zugang zur Iburger Straße spricht hingegen, dass der Rosenplatz mit wenigen Schritten erreicht werden kann – mit einem Busanschluss im Fünfminutentakt. Die endgültige Entscheidung soll nach der Vorplanung getroffen werden.

Weil der Bau des Haltepunkts schon einmal an einem Grundstück zu scheitern drohte, hat sich die Stadt nun abgesichert und ein besonderes Vorkaufsrecht festgelegt. Zu diesem Zweck wurde die Vorkaufssatzung auf die Flächen ausgeweitet, die für die Planung relevant sein könnten.


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