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Plädoyer für die Schönheit „What’s new“: Bezirksgruppe des Bundes Bildender Künstler stellt fünf neue Mitglieder mit ihren Arbeiten vor

<em>Sie zeigen jetzt ihre Kunst:</em> Monika Hamann, Kerstin Hehmann, Gerda Wantia, Paul Wood und Henriette Burkart (von links). Foto: Hermann PentermannSie zeigen jetzt ihre Kunst: Monika Hamann, Kerstin Hehmann, Gerda Wantia, Paul Wood und Henriette Burkart (von links). Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Wir sind neu im Bund Bildender Künstler, aber alle keine Anfänger“, sagt Monika Hamann mit einem Lächeln. Gemeinsam mit Henriette Burkart, Kerstin Hehmann, Gerda Wantia und Paul Wood teilt sie sich den kleinen Raum des Bundes Bildender Künstler (BBK) in der Bierstraße.

Der Anlass: Die Künstlerinnen und der Künstler stellen sich als die in diesem Jahr neu eingetretenen Mitglieder erstmals in einer Ausstellung vor. „What’s new?“, lautet der denkbar offen formulierte Ausstellungstitel. Und er trifft: Denn außer dem Zeitpunkt ihres BBK-Beitritts verbindet die fünf wenig. Auf engem Raum sind nun Gemälde, Plastiken, Objekte und Fotografien versammelt, die sich kaum auf einen bequemen Nenner bringen lassen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der künstlerischen Philosophien gibt es hingegen ein Anliegen, das die Teilnehmer dieser Ausstellung verbindet. Probleme, Kontroversen, Provokationen – all dies scheint gründlich out zu sein. „Es gibt genug Hässliches in der Welt. Ich widme mich der Schönheit“, sagt der Bildhauer Paul Wood und trifft damit offensichtlich bei den BBK-Neulingen eine Grundstimmung. Monika Hamann bekennt sich bewusst zu ihrer figürlichen Kunst, die sie geradezu klassisch aus dem Aktzeichnen heraus entwickelt.

Ein nachdenklich machendes Thema behandelt immerhin Kerstin Hehmann in ihrer „Ikarus“-Serie. Die Fotos rund um die mythologische Figur, die sich mit ihren Federflügeln zu sehr der Sonne näherte und ins Meer stürzte, vermitteln dennoch eine fast heitere Urlaubsatmosphäre. Der Clou: Hehmann fotografierte eine Strandschönheit, die den Ikarus stolz als Tattoo auf ihrem Körper trägt.

Kunst klagt nicht an, sie öffnet den Blick: Diesem Ziel eifern auch die weiteren Neueinsteigerinnen nach. Henriette Burkart präsentiert monochrome Tafeln, die zu Bildkörpern mit Vorder- und Rückseite montiert sind. „Wir sind aufgerufen, immer wieder andere Standpunkte einzunehmen“, erläutert die Malerin.

Als Anleitung zur Sensibilisierung versteht auch Gerda Wantia ihre Wandinstallation. Sie hat gefundene Objekte zu skurrilen Konstellationen gefügt. Mit ihrem Ausstellungsbeitrag erinnert sie an den 100. Geburtstag von John Cage. Sie habe Geräusche in sichtbare Gebilde überführt, erläutert Gerda Wantia ihre Hommage an den avantgardistischen Komponisten und Performancekünstler.

Mit den Künstlerinnen und dem Künstler freut sich schon jetzt Jens Raddatz über die Ausstellung. Mit den fünf Neueinsteigern zähle die BBK-Bezirksgruppe nun 44 Mitglieder, sagt der BBK-Vorsitzende. Im nächsten Jahr sollen in der „What’s new“-Ausgabe für 2013 sogar bis zu zehn neu beigetretene Künstler gezeigt werden. Da ist das Gedränge im Kunstquartier vorprogrammiert.

Osnabrück, BBK-Kunstquartier, Bierstr. 33: What´s new. Neue Mitglieder stellen sich vor. Eröffnung: Heute, 19 Uhr. Bis 29. Dezember. Di, Mi, Fr, 14–18 Uhr, Do, 15–20 Uhr, Sa, 11–15 Uhr. www.bbk-osnabrueck.de


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