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Ausstellung im DGB-Haus Peter Beste zeigt Buch-llustrationen

Von Tom Bullmann

„Gullivers Reisen“: Illustrator Peter Beste. Foto: Tom Bullmann„Gullivers Reisen“: Illustrator Peter Beste. Foto: Tom Bullmann

Osnabrück. Die Geschichten von „Gullivers Reisen“ und „Moby-Dick“ werden zurzeit im Gewerkschaftshaus am Bahnhof lebendig. In der Reihe „Kultur im Treppenhaus“ zeigt Peter Beste seine originalen Buchillustrationen, die er mit Temperafarben auf Karton malte.

Detailverliebt sind die Bilder, die der Osnabrücker Grafiker anfertigte. „Es sind Bilder zum Hineingehen. Jedes Mal finde ich wieder andere Einzelheiten, die ich vorher noch nicht entdeckt habe“, schwärmt Heiko Schlatermund von der Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben“, der Beste für die Jubiläums-Ausstellung ins Haus holte. Es handelt sich um die 50. Ausstellung, die Schlatermund seit 1986 organisiert hat. Gestartet hatte der Gewerkschafter die Kulturaktion im Treppenhaus des alten DGB-Hauses am Neuen Graben. „Ich wollte Leute für Kultur begeistern, die sonst nicht ins Museum gehen“, beschreibt Schlatermund seine Motivation.

Die hat sich bis heute nicht geändert. So animiert er die Besucher des DGB-Hauses am Bahnhof jetzt, sich in die Jugend zurückzubeamen, als man sich fasziniert in die Abenteuer Gullivers vertiefte oder in die Geschichte von Kapitän Ahab versetzte, der davon besessen ist, den weißen Pottwal zu jagen, der ihm das Bein abgebissen hat. In Bestes Illustrationen pflügt der Wal durch schwere See, die filigran im japanischen Duktus gezeichnet wurde. Farbenprächtig kommen Szenen aus Gullivers Reisen daher: „Ich habe eine Technik entwickelt, mit der ich die Temperafarben in mehreren Arbeitsgängen auftrage, sodass diese leuchtenden Farbtöne entstehen“, erklärt Beste, der mit seinen Bildern darauf verweist, dass „Gullivers Reisen“ zunächst gar kein Kinderbuch war, sondern in Swifts Original sozialkritische und satirische Züge aufwies.

Gewerkschaftshaus Osnabrück (August-Bebel-Platz 1): Erzählende Grafik von Peter Beste. Bis 9. August, Mo.–Do. 17 Uhr, Fr. 8–14 Uhr.