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Künstler Jakob Bartnik organisiert eine Ein-Tages-Ausstellung als Reaktion auf die Arte Regionale Flashmob mit Ansage

Garantiert kuratorenfrei: Jakob Bartnik lädt für heute Künstler und Kunstinteressierte in die Traumfabrik Petersburg ein. Foto: Hermann PentermannGarantiert kuratorenfrei: Jakob Bartnik lädt für heute Künstler und Kunstinteressierte in die Traumfabrik Petersburg ein. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Keine Gegenveranstaltung, aber eine Reaktion: Osnabrücker Künstler veranstalten heute mit einem Kunst-Flashmob am Güterbahnhof ihre eigene Überblicksschau über die hiesige Szene.

Ganz Osnabrück schaut auf die Arte Regionale, die heute Abend in der Dominikanerkirche beginnt. Ganz Osnabrück? Nein. Denn am Güterbahnhof machen Künstler aus Stadt und Region heute einen Kunst-Flashmob, mit dem sie ihre eigene Überblicksschau der Osnabrücker Kunstszene zeigen. Von 14 bis 19 Uhr stellen Künstler in der Traumfabrik Petersburg ihre Werke aus.

„Flashmob“ sei streng genommen natürlich nicht der richtige Begriff, schränkt Jakob Bartnik ein. „Den kündigt man nicht vorher an“, sagt er, als er wenige Tage vor der heutigen Aktion in der meterhohen Halle mit den zerbrochenen Fensterscheiben steht und Auskunft über das Vorhaben gibt. Die Teilnehmer benutzen deshalb verschiedene Begriffe wie One-Day-Exhibition oder das Motto „Betreten auf eigene Gefahr“.

Doch ob nun Flashmob oder nicht: Das Ganze hat einen recht spontanen Charakter. Es gibt keine Kuratoren, keine Jury und auch keinen übergeordneten Veranstalter. Vielmehr ist jeder Künstler für sich verantwortlich und entscheidet selbst, an welchem Platz in der Halle er welches seiner Werke zeigt. „Jeder Künstler ist sein eigener Veranstalter“, sagt Jakob Bartnik, der selbst Fotografien zeigen wird.

Dass die Aktion auf den Eröffnungstag der Arte Regionale fällt, ist natürlich kein Zufall. Denn für die Ausstellung in der Dominikanerkirche, die sich eigentlich als regionale Überblicksschau versteht, sind in diesem Jahr nur neun Künstler ausgewählt worden. Als Gegenveranstaltung oder gar Kritik an der Arte Regionale will Jakob Bartnik die Aktion nicht verstanden wissen. „Aber sie ist eine Reaktion auf die Konzeptveränderung“, erklärt er. Denn mit der Schau am Güterbahnhof schaffen sich die Künstler ein eigenes Forum. „Wir entscheiden so frei, wann und wo wir ausstellen“, sagt Jakob Bartnik. Und das unabhängig von jeglicher Kulturförderung. „Wir beweisen damit, dass die Szene wirklich frei ist“, so Bartnik weiter.

In gewisser Weise verstehen die Künstler die Ausstellung sogar als Ergänzung zur Arte Regionale. Denn bewusst haben die Künstler das Ende ihrer Ausstellung auf den Beginn der Arte Regionale gelegt. Denn so können die Künstler und Besucher der Güterbahnhof-Ausstellung pünktlich zur Arte Regionale in der Dominikanerkirche wechseln. „Der Tag wird so zum Kunsteventtag in Osnabrück“, sagt Jakob Bartnik.

Wie viele Künstler heute Nachmittag dabei sind, weiß niemand so genau. Schließlich gibt es zu einem Kunst-Flashmob keine verbindlichen Anmeldungen. Doch immerhin haben zwischen 20 und 30 Künstler angekündigt, dass sie dabei sein wollen. „Wir könnten an diesem Tag die höchste Künstlerdichte haben“, sagt Jakob Bartnik. Denn das sieht ja in der Tat danach aus, als ob deutlich mehr als neun Künstler in der Traumfabrik Petersburg ausstellen würden.

Kunst-Flashmob: heute, 14 bis 19 Uhr, Traumfabrik Petersburg am Güterbahnhof, Einführung um 14 Uhr durch Prof. Martin Damus.


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