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Verfahren am Amtsgericht Busfahrer am Osnabrücker Neumarkt getreten und bespuckt?

Von Sven Kienscherf

Ein 20-jähriger Osnabrücker soll im Mai am Neumarkt einen Busfahrer bespuckt und getreten haben. Der Busfahrer hatte zuvor versucht, den Mann zu filmen.  Foto: David EbenerEin 20-jähriger Osnabrücker soll im Mai am Neumarkt einen Busfahrer bespuckt und getreten haben. Der Busfahrer hatte zuvor versucht, den Mann zu filmen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Ein 20-jähriger Osnabrücker soll im Mai am Neumarkt einen Busfahrer bespuckt und getreten haben. Der Busfahrer hatte zuvor versucht, den Mann zu filmen.

Der 20-jährige steht seit Mittwoch wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Osnabrück. Zu einem Urteil kam es am Mittwoch allerdings nicht, da zunächst noch ein Gutachten über die Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeholt werden soll.

Zu der Auseinandersetzung war es am 8. Mai 2016 gekommen. Laut Staatsanwaltschaft hatte es gegen 18.30 Uhr an einer Bushaltestelle am Neumarkt zunächst eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und dem Busfahrer gegeben. Im Zuge dessen habe der Angeklagte den Fahrer unter anderem als „Fotze“ beschimpft.

Mitfahrt verweigert

Der Fahrer habe dem Mann daraufhin die Mitfahrt verweigert. Der 20-Jährige spukte den Busfahrer laut Staatsanwaltschaft zweimal an und traf davon einmal ins Gesicht. Danach habe sich der Angeklagte vom Bus entfernt. Der Fahrer sei ihm gefolgt, um ihn zu filmen. Als der Angeklagte das mitbekam, habe er ihm mit einem „Karatetritt“ gegen die Brust getreten. Der Busfahrer habe verschiedene Verletzungen erlitten und war längere Zeit krankgeschrieben.

Prellung am Ellenbogen

Ein weiterer Busfahrer habe den Angeklagten am Bein ergriffen, zu Boden gebracht und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Der Angeklagte habe sich gewehrt und den Busfahrer bedroht. Der Busfahrer habe dabei eine Prellung am Ellenbogen erlitten.

Der Angeklagte schilderte vor Gericht auch seine Sicht der Dinge. Demnach wollte er zusammen mit seiner Freundin und einem Freund hinten im Bus einsteigen. Wie er einräumte, hatte sein Freund keine Fahrkarte und wollte schwarz fahren. Der Fahrer habe die Hintertüre aber nicht geöffnet. Daraufhin sei er zur Vordertüre gegangen.

Dort habe der Busfahrer zu ihm gesagt: „So was wie euch lasse ich nicht rein.“ Daraufhin habe er vor dem Fahrer auf den Boden gespukt, ihn aber nicht getroffen.

Mit dem Handy gefilmt

Der Fahrer habe ihm gesagt, dass er die Polizei rufe. Als er weggegangen sei, sei der Busfahrer ihm gefolgt. Seine Freundin habe ihm gesagt, dass der Fahrer ihn mit dem Handy filme. Daraufhin habe er nach dem Busfahrer getreten, ihn aber nicht getroffen. Die Frage des Richters, warum der Fahrer dann laut Attest entsprechende Verletzungen gehabt habe, beantwortete der Angeklagte nicht.

„Wie ein Flüchtling“

Der Angeklagte vermutete, dass der Fahrer sie nicht mitfahren lassen wollte, weil sein Freund „wie ein Flüchtling“ ausgesehen habe. Nach Fahrkarten habe der Fahrer nicht gefragt. Zudem sagte der Angeklagte, dass der zweite Busfahrer, der ihn zu Boden gebracht und festgehalten habe, ihm auf den Kopf geschlagen habe.

Der Angeklagte ist laut seines Anwalts derzeit in psychotherapeutischer Behandlung. Ein Gutachten soll nun klären, inwieweit er zum Tatzeitpunkt schuldfähig war.