Recycling-Taschen präsentiert Osnabrücker Ursulaschüler schaffen Plastiktüten ab

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Osnabrück. Laut Umweltbundesamt verbrauchen die Deutschen pro Jahr 6,1 Milliarden Plastiktüten – ein riesiger Haufen Müll. Die Klimabotschafter der Osnabrücker Ursulaschule präsentieren Ideen zur Problemlösung und machen aus alten Tüten haltbare Taschen.

Die Schüler beschäftigen sich seit 2014 mit dem Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“. Ihre Taschen aus recyceltem Plastik liegen jetzt als Prototypen vor. Auch die Website zum Thema ist fertig, derzeit erreichbar unter plastik.fokus-os.de. Am Freitag stellten die Klimabotschafter vor, was sie in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet haben.

Kooperationspartner für ein plastiktütenfreies Osnabrück sind schon an Bord, Tendenz steigend. „48 Geschäfte sind bis jetzt dabei, und es kommen immer mehr dazu“, so Hendrik Wessels. Die Schüler haben sich als Ziel gesetzt, Osnabrück noch 2017 plastiktütenfrei zu machen. Emma Weglage: „Das ist nicht mehr viel Zeit, aber wir glauben, dass das geht.“

Viele Partner

Die Arbeitsgemeinschaft geht zurück auf eine Idee von Lehrer Tobias Romberg. Das Engagement der Schüler übersteigt das normale Maß für eine AG deutlich, und ohne Expertenunterstützung war der Plan nicht umsetzbar. „Wir dachten anfangs mehr oder weniger, es gibt eine Maschine, in die man die Plastiktüten reinschmeißt, und am andere Ende kommen die Taschen raus“, so Kilian Thiel. So einfach war es dann nicht.

Beim Sammeln half Fahrradaktivist Daniel Doerk; die Firma Polycore aus Bohmte granulierte die Plastiktüten. Das Labor für Kunststoffverarbeitung der Hochschule stellte daraus Planen her. Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe in Hasbergen schnitten zu und nähten die Taschen. Die Schülerfirma „Alles Logo“ der Hauptschule Innenstadt druckte das Känguru-Logo auf. Das Känguru ist übrigens schon in freier Wildbahn unterwegs: Es ziert 10.000 Jutebeutel, zusammen mit dem Slogan „Gebeuteltes Osnabrück“.

Dokumentarfilm folgt

Die aktuellen Klimabotschafter der Ursulaschule sind Schüler der Oberstufe, ihr Projekt läuft 2017 aus. Die nächste Generation scharrt aber schon mit den Hufen. Am Freitag bei der Präsentation sah der Nachwuchs sich an, was die Vorgänger auf die Beine gestellt haben.

In Zukunft wird es darum gehen, die Taschen in großen Stückzahlen herzustellen, über Verkaufsstellen an den Mann zu bringen und weitere Osnabrücker Geschäfte für die Zusammenarbeit zu gewinnen. Außerdem drehen die Klimabotschafter mit Filmemacher Henning Lichtenberg einen Dokumentarfilm zum Projekt.


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