Nach Unfall im Juni Noch keine Blitzer auf der Osnabrücker Martinistraße in Sicht

Von Sebastian Philipp

Am Tag nach dem Verkehrsunfall an der Osnabrücker Martinistraße mit einer lebensgefährlich verletzten Radlerin ist die Ursache noch unklar. Archivfoto: NWM-TVAm Tag nach dem Verkehrsunfall an der Osnabrücker Martinistraße mit einer lebensgefährlich verletzten Radlerin ist die Ursache noch unklar. Archivfoto: NWM-TV

Osnabrück. Ein halbes Jahr nach dem Verkehrsunfall auf der Martinistraße in Osnabrück mit einer schwer verletzten Fahrradfahrerin ist weiterhin unklar, wer die Schuld an der Kollision trägt. Und auch die vom Stadtrat beschlossenen Blitzer lassen auf sich warten.

Was war geschehen? Es war der 6. Juni gegen 22 Uhr, als eine 49-jährige Fahrradfahrerin auf der Martinistraße in Osnabrück von einem Audi erfasst und lebensgefährlich verletzt wurde. Die Frau war nach Angaben der Polizei mit ihrem Rad aus dem Katharinenviertel kommend über die Arndtstraße auf die Martinistraße abgebogen. Dabei wurde sie vom Auto eines 23-Jährigen erfasst und – laut Zeugenaussagen – rund 20 Meter durch die Luft geschleudert.

Verfahren wegen Körperverletzung

Nach Angaben von Staatsanwalt René van Münster läuft gegen den 23-Jährigen nach wie vor ein Verfahren wegen Körperverletzung. Allerdings stehen hierbei noch Gutachterergebnisse offen, mit denen erst in einigen Wochen gerechnet wird. Weitere Angaben zum Stand des laufenden Verfahrens wollte van Münster daher im Gespräch mit unserer Redaktion nicht machen.

Ermittlungen sind schwierig

Offenbar gestalten sich die Ermittlungen auch ein halbes Jahr nach dem Unfall schwierig. Zwar gibt es für die Kollision mehrere Zeugen – Problem ist aber, dass deren Aussagen nach Informationen unserer Redaktion einen unterschiedlichen Hergang des Unfalls beschreiben. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte seinerzeit ein Gerücht, das sich schnell im Internet verbreitete: Angeblich soll sich der Fahrer des Unfallfahrzeugs, ein 23-Jähriger aus Ostercappeln, ein illegales Rennen mit einem anderen Auto geliefert haben. Die Polizei schloss in ihren Ermittlungen zunächst zwar nicht aus, dass der Unfallfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist, die Spekulationen zum angeblichen Autorennen kommentierte man aber nicht. „Wir ermitteln lieber, als uns daran zu beteiligen“, sagte eine Polizeisprecherin im Gespräch mit unserer Redaktion. (Weiterlesen: ADFC fordert Tempo 30 auf der Martinistraße)

Rat beauftragte die Verwaltung

Und auch bei einem weiteren Aspekt, der mit dem Unfall zusammenhängt, ist offenbar Sand im Getriebe: Denn geblitzt wird an der Martinistraße nach wie vor nicht – und wann es so weit ist, steht momentan noch in den Sternen. Dabei hatte der Stadtrat die Verwaltung nur wenige Tage nach dem schweren Unfall beauftragt, an der Martinistraße Blitzer aufzustellen. Gleichzeitig sollte in den Fachausschüssen eine Prioritätenliste erarbeitet werden, an welchen anderen vierspurigen Straßen in Osnabrück feste Geschwindigkeitsmessgeräte aufgestellt werden sollen. Ein halbes Jahr nach dem Unfall ist auf der Martinistraße jedoch noch kein „Starenkasten“ zu sehen.

Seit sechs Monaten in der Abstimmung

„Es ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach, auf der Martinistraße einen stationären Blitzer aufzustellen“, sagt Stadtsprecher Sven Jürgensen auf Nachfrage unserer Redaktion. Momentan würden Standorte verwaltungsintern geprüft, wobei mehrere städtische Fachbereiche sowie die Polizei beteiligt sind. Probleme bereitet den Beteiligten offenbar, dass bislang kein geeigneter Ort für einen Blitzer gefunden wurde. Laut Jürgensen liegt das an den zahlreichen Querstraßen und Ampeln zwischen Ring und Kurt-Schumacher-Damm. Mit Blick auf die immerhin rund sechs Monate, die seit dem Beschluss des Stadtrates vergangen sind, sagt Jürgensen: „Uns liegt daran, eine vernünftige Abstimmung hinzubekommen und nicht einen Blitzer im Affekt aufzustellen.“