Grabungen in Lüstringen Bronzezeit-Funde werden in Osnabrück ausgestellt

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Die im Sommer im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen gefundenen Schmuckstücke aus der Bronzezeit werden im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück ausgestellt. Archivfoto: Michael GründelDie im Sommer im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen gefundenen Schmuckstücke aus der Bronzezeit werden im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück ausgestellt. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Fast wären sie verloren gegangen, doch jetzt werden die im Sommer im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen gefundenen Schmuckstücke aus der Bronzezeit der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum wird am 15. Dezember eröffnet.

Im Juni hatten Archäologen im Grabungsgebiet an der Sandforter Straße nahe dem Umspannwerk in Osnabrück-Lüstringen wertvolle Funde aus der Bronzezeit freigelegt – auf einer Fläche, die als Standort für ein Regenrückhaltebecken vorgesehen ist. Das Ensemble aus kupfernen Schmuckstücken und einer Kupferaxt ist nach Angaben der Stadtverwaltung in dieser Zusammensetzung und diesem Umfang in Deutschland einmalig.

Neue Perspektiven für die Forschung

Die Besonderheit der mehr als 4.000 Jahre alten Funde: Sie eröffnen der Erforschung der Metallurgie neue Perspektiven und geben Einblicke in die Frühzeit der Fernhandelsbeziehungen in Europa. Außerdem sind durch sie laut Mitteilung der Stadt Rückschlüsse auf die Herausbildung gesellschaftlicher Eliten zwischen Stein- und Bronzezeit möglich.

Sondengänger findet Schmuck

Dass die Funde überhaupt ausgestellt werden können, ist einem Sondengänger und der Osnabrücker Stadt- und Kreisarchäologie um Leiter Bodo Zehm zu verdanken. Hintergrund: Die Pläne aus dem Jahr 2006 für den Bau des Regenrückhaltebeckens lagen dem zuständigen Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) nicht vor und auch wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Funde gab es offenbar nicht. Kurz bevor die Bagger anrückten, entdeckte der von Zehm engagierte Sondengänger jedoch den Schmuck aus der Bronzezeit und ermöglichte somit erst die archäologischen Grabungen.

Ausstellung dauert vier Wochen

Der Osnabrücker Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper (CDU) hatte sich im September dafür stark gemacht, die Funde in einer Dauerausstellung zu zeigen. Offenbar ohne Erfolg: Im Veranstaltungsflyer ist das Ende der Ausstellung auf den 15. Januar 2017 datiert.

Ausstellung wird am 15. Dezember eröffnet

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 15. Dezember, um 18 Uhr offiziell von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert im Kulturgeschichtlichen Museum eröffnet. Parallel zu den Funden wird ein Film gezeigt, der die Entdeckungsgeschichte von der Suche mit der Metallsone bis zur Arbeit in der Restaurierungswerkstatt zeigt.


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