Wissenschaftliches Forschungsprojekt Uni Osnabrück sucht Sportler mit (zu) wenig Muskeln

Die Uni Osnabrück sucht aktuell für ein Forschungsprojekt Männer, die trotz Kraft- und Fitnesstrainings unzufrieden mit der eigenen Muskulatur sind. Symbolfoto: Oliver Berg/dpaDie Uni Osnabrück sucht aktuell für ein Forschungsprojekt Männer, die trotz Kraft- und Fitnesstrainings unzufrieden mit der eigenen Muskulatur sind. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Die Universität Osnabrück sucht aktuell für ein Forschungsprojekt Männer, die trotz regelmäßigen Kraft- und Fitnesstrainings unzufrieden mit der eigenen Muskulatur sind.

Für die psychologische Studie können sich nach Angaben der Uni Männer zwischen 18 und 50 Jahren anmelden. Hintergrund: Körperliche Unzufriedenheit mit Figur und Gewicht bei Frauen ist seit Langem bekannt. Bei zahlreichen Männern zeige sich ein ähnliches Phänomen. Doch anders als bei Frauen komme bei ihnen auch die Muskulatur neben dem Gewicht als wichtiges Merkmal zur Einschätzung der eigenen Attraktivität hinzu. (Weiterlesen: Studenten wollen den Horizont der Osnabrücker erweitern)

Krankhafte Ausmaße

Die Unzufriedenheit mit der eigenen, zumeist als mangelhaft empfundenen Muskulosität kann mitunter die Ausmaße einer Erkrankung annehmen, wenn Leidensdruck oder trainingsbedingte Einschränkungen in Ausbildung, Beruf, Freizeit, Beziehung sehr ausgeprägt vorhanden sind. Ein Klassifikationssystem psychischer Erkrankungen spricht hier von „Muskeldysmorphie“ (MD) als einer Sonderform der Körperdysmorphen Störung. Aber auch eine gewisse Nähe zu den Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) wird diskutiert, die in der Regel häufiger Frauen betreffen. (Weiterlesen: FCB-Erfolgsgeheimnis beim Osnabrücker Wissensforum gelüftet)

Starke Selbstkritik

Auch muskulaturunzufriedene Männer halten sich beispielsweise häufig an recht strikte Ernährungspläne. Zudem gehen sowohl das Streben nach Schlankheit als auch das Streben nach Muskulosität mit einem sehr hohen Trainingspensum einher. Auch spielen in beiden Fällen sehr perfektionistische Ansprüche an den eigenen Körper und starke Selbstkritik eine große Rolle.

Messungen anhand der Pupillenreaktion

Im Projekt soll die automatische Reaktion von Männern mit sehr hoher Unzufriedenheit mit ihrer Muskulatur beim Betrachten des eigenen Körpers und der Körper anderer Männer anhand der Pupillenreaktion gemessen werden. Finanziert wird die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). (Weiterlesen: Erster Flüchtling an der Hochschule Osnabrück)

Schweigepflicht gilt für alle Teilnehmer

Die Teilnehmer erhalten 50 Euro sowie die Fahrtkosten für den Fall, dass sie sich in einem telefonischen Vorabinterview als geeignet für die Studie herausstellen. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur Ganzkörperfotografie (ohne Gesicht; in kurzer Sporthose; die eigenen Fotos werden nur einem selbst gezeigt). Die eigentliche Untersuchung findet im Labor der klinischen Psychologie der Universität Osnabrück statt. Die Verwendung anabol-androgener Steroide zur Steigerung fettfreier Muskelmasse ist kein Ausschlusskriterium für die Teilnahme. Die generelle Schweigepflicht bezieht sich laut Mittelung der Uni auch auf die AAS-Nutzung. (Weiterlesen: Woher die Osnabrücker Studenten kommen)

Kontakt per Mail oder Telefon

Geleitet wird das Projekt von Manuel Waldorf (Klinische Psychologie) gemeinsam mit dem Doktoranden Martin Cordes. Interessenten können sich vorzugsweise per E-Mail bei Cordes unter body-image@uni-osnabrueck.de oder per Telefon unter 0541/969-4746 melden.


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