Vom Parkour-Sport inspiriert Osnabrücker starten mit eigenem Mode-Label „Ohana-Wear“ durch



Osnabrück. Die Osnabrücker Martin Collmann und Tim Aufdemkamp haben das Modelabel „Ohana Wear“ gegründet. Inspiriert wurden sie dabei nicht nur vom Parkour-Sport, sondern auch von Freundschaft. Nun haben sie ihre zweite Kollektion rausgebracht.

Begeisterung und schon fast kindliche Abenteuerlust liegen in der Luft, wenn die beiden Studenten Martin Collmann und Tim Aufdemkamp über ihr eigenes Modelabel „Ohana-Wear“ erzählen. Episoden aus der Labelgründung, Anekdoten über die ersten verpatzen Shirts, aber auch Geschichten über Hilfe von Familie und Freunden sprudeln nur so aus den beiden heraus.

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Im März 2015 haben die 25-Jährigen das Label gegründet und hatten bisher ziemlich viel Spaß auf ihrem Weg. Denn „Ohana-Wear“ hat sich praktisch als eine Spielwiese für die beiden entpuppt, bei der es viel Neues zu entdecken gibt. Collmann und Aufdemkamp fertigen alles selbst: Sie bedrucken die Sachen mit einer Siebdruckmaschine, nähen die Etiketten ein, vermarkten die Ware auf Messen und im Internet und bringen das Verkaufte anschließend zur Post.

„Bei uns steht die Individualität und Qualität im Vordergrund. All unsere Sachen sind fair und umweltfreundlich produziert, vegan und bestehen aus Biobaumwolle“, sagt Collmann. Die Shirts beziehen die beiden von einem Großhändler aus Werne.

Leute, die „Ohana-Wear“ tragen, sollen es mit Freude tun – so der Wunsch der Labelgründer. Nun ist die zweite Kollektion erschienen, die unter anderem aus T-Shirts, Sweater, Hoodies und Beanies besteht. „Wir sehen Ohana-Wear als eine Lifestylemarke. Die Sachen kann man im Alltag, zum Feiern, zum Sport aber auch zu Hause tragen“, sagt Collmann.

Die beiden Studenten verkaufen Ohana-Wear hauptsächlich online. Aber auch auf Messen wie zum Beispiel der Messe Studentenfutter in Münster sind sie vertreten. Außerdem haben sie einen Stand auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt in Osnabrück.

Vom Parkour zum Modelabel

Die beiden Studenten sitzen auf dem Sofa in Collmanns Wohnung in Osnabrück. Collmann trägt ein graues T-Shirt und Aufdemkamp einen schwarzen Sweater aus der eigenen Kollektion. „Wir wollen keinen Trends hinterherlaufen, sondern Klamotten machen, die wir selbst tragen und die unserem eigenen Stil entsprechen“, sagt Collmann, der in Osnabrück Sport und Deutsch auf Lehramt studiert.

In großen Buchstaben prangt das Wort „Ohana“ auf den Anziehsachen. „Ohana“ ist das hawaiianische Wort für Familie. Wenn die beiden über ihr Label erzählen, fällt das Wort sehr häufig.

Doch angefangen hat alles mit dem Parkour-Sport. Durch den Sport haben sich Collmann und Aufdemkamp vor circa sechs Jahren kennengelernt. Gemeinsam mit vier anderen Jungs betrieben sie Parkour, gingen zusammen feiern und verbrachten auch sonst viel Freizeit miteinander.

„Unsere Parkour-Ohana“ nennen Collmann und Aufdemkamp die Gruppe. Die beiden designten Teamshirts und wurden auf die Sachen von Fremden auf der Straße und von Bekannten angesprochen. So entstand schließlich das Label.

Learning by doing

„Die Labelgründung war eigentlich nicht geplant und wir hatten zunächst auch gar keine Ahnung von der Textilbranche“, erzählt Aufdemkamp. Er studiert zurzeit Architektur in Münster. Nach der Labelgründung kamen viele neue Herausforderungen, aber auch viel Unterstützung: Das Siebdruckhandwerk haben sich Collmann und Aufdemkamp unter anderem mithilfe von Tutorials im Internet beigebracht. Beim Nähen und bei der Steuererklärung halfen Verwandte. Auch beim Marketing können sie sich auf Freunde verlassen. Alle Models auf den Fotos und Videos für die „Ohana“-Homepage sind Freunde der beiden. Viele davon kommen aus dem Parkour-Bereich.

Gearbeitet wird Zuhause

In Collmanns Wohnung befinden sich mehrere durchsichtige Plastikboxen, gefüllt mit „Ohana“-Sachen. Auf dem Esstisch im Wohnzimmer stehen zwei Nähmaschinen. Die ältere Maschine nennen die Labelgründer liebevoll „Trudy“. Eine zweite gebrauchte Maschine haben sich die beiden erst vor Kurzem in einem Nähladen gekauft, weil „Trudy“ quietschte. Außerdem legten sich die beiden eine Siebdruckmaschine zu. Sie steht im Keller von Collmanns Mutter in Holzhausen. Auch sie hat einen Spitznamen: „Lucy“. Selbst das Verhältnis zu ihren Arbeitsgeräten scheint freundschaftlich zu sein.

Arbeit von Freiheit und Abenteuer geprägt

Wenn sie über das Abenteuer „Labelgründung“ sprechen, lachen sie viel und geben sich immer wieder ein „High Five“. Ereignisse, über die sie sich besonders freuen, kommentieren sie mit „Geil drauf!“ – so als könnten sie es selber noch nicht fassen, was ihnen da gelungen ist.

Label und Studium laufen parallel

„Manchmal ist es schon schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Aber wir wechseln uns gegenseitig ab. Wenn einer von uns gerade viel mit der Uni beschäftigt ist, kümmert sich der andere mehr um das Label“, sagt Aufdemkamp. Beide arbeiten außerdem als Parkourtrainer. Collmann hat zusätzlich einen Modelljob.

Trotz der Belastung haben die beiden mächtig Spaß am Label. Auch deswegen, weil sie sich ausprobieren und die Freiheit und das Abenteuer, welches für die beiden im Parkour steckt, ins Label integrieren können.

Leben können die beiden von dem Label noch nicht.

Denn das Geld, was sie damit verdienen, investieren sie wieder in Ohana-Wear. „Wir lassen alles einfach auf uns zukommen. Unser Traum wäre es aber, wenn wir DIE Marke in der Parkourszene werden“, sagt Aufdemkamp. Collmann ergänzt außerdem: „Wir wollen mit der Marke Menschen zusammenbringen – Leute aus der Parkour-Szene, aber auch Menschen, die Wert auf Nachhaltigkeit und auf eine Geschichte hinter einem Label legen“.

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