Aufruf von EXIL und Gewerkschaften 500 Menschen demonstrieren in Osnabrück für Menschenrechte

Von Robert Schäfer


Osnabrück. Knapp 500 Menschen waren am Dienstagabend einem Aufruf von EXIL und verschiedener Gewerkschaften gefolgt, um für Menschenrechte und gegen die Diskriminierung von Geflüchteten zu demonstrieren.

„Bleib doch Mensch“ – unter diesem Motto hatten am Dienstagabend der Flüchtlingshilfe-Verein EXIL und verschiedene Gewerkschaften zu einer dreiteiligen Demonstration in der Osnabrücker Innenstadt aufgerufen. Vom Bahnhof, der Kommenderiestraße und vom Goslingplatz aus setzten sich drei Demonstrationszüge in Gang, die sich im Schlossgarten zu einer Abschlusskundgebung trafen. Knapp 500 Menschen hatten sich der Forderung nach „grenzenlosen Menschenrechten“ und einer besseren Behandlung von Geflüchteten angeschlossen.

„Reiche Leute müssen nicht ins Gefängnis“

Auf der Kundgebung hatten dieses Mal nicht Politiker, Gewerkschafter und Aktivisten das Wort, sondern ganz bewusst die Menschen, über die sonst geredet wird. Mit Badreldeen Babiker, Ranja Kakarli und Ibrahem Damaj sprachen drei Menschen, die nach Osnabrück geflüchtet waren und hier eine neue Heimat suchen.

Babiker kam 2014 aus dem Sudan nach Osnabrück. Dort war der Menschenrechtsaktivist zuvor mehrfach in den Gefängnissen des Regimes eingesperrt, weil er sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit eingesetzt hatte. Babiker berichtete, dass es vor allem die Armen seien, die in seiner Heimat unterdrückt werden. „Reiche Leute müssen nicht ins Gefängnis“, so Babiker. Zudem sei der Sudan beileibe kein armes Land. Von den Einkünften aus den Bodenschätzen habe das Volk jedoch nichts.

„Mein Herz schlägt für Syrien“

Aus Syrien stammt Ranja Kakarli. Die Künstlerin und Frauenrechtlerin vermisst ihre Heimat. „Ich komme aus Damaskus“, sagte die Mutter dreier Kinder. Dort sei es jedoch unmöglich, sicher zu leben. Ein Neffe sei in den Gefängnissen des Assad-Regimes getötet worden. Die Erinnerung an ihre Heimat schmerzt die Frauenrechtlerin. Sie hofft, dass der Krieg im Nahen Osten bald ein Ende findet und ihre Heimat wieder aufgebaut wird. „Mein Herz schlägt für Syrien“, so Kakarli.

Ibrahem Damaj kennt nichts Anderes als Flucht. Seit seiner Geburt im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland hat er keine Heimat. Trotz dieses schwierigen Starts hatte er sich dort für die Versöhnung zwischen Palästinensern und Israelis eingesetzt.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Ibrahim Keivo. Der aus Nordsyrien stammende Musiker ist in Osnabrück durch seine Auftritte beim Morgenland-Festival bekannt geworden. Seit zwei Jahren lebt er in Lemgo.


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