Wertschätzung für das Ehrenamt Förderverein unterstützt Osnabrücker Telefonseelsorge

Von Ulrike Schmidt

Auch über Handy rufen immer mehr Ratsuchende bei der Telefonseelsorge an. Sie können dabei sicher sein, dass ihre Nummer nicht im Display der Gesprächspartner auftaucht. Symbolfoto: Jörn MartensAuch über Handy rufen immer mehr Ratsuchende bei der Telefonseelsorge an. Sie können dabei sicher sein, dass ihre Nummer nicht im Display der Gesprächspartner auftaucht. Symbolfoto: Jörn Martens

Osnabrück. Rund 14000 mal haben Menschen im vergangenen Jahr Telefonseelsorge in Osnabrück angerufen. Sie ist täglich rund um die Uhr gebührenfrei unter der 0800/1110111 erreichbar. Die Anrufer bleiben ebenso anonym wie die Gesprächspartner. Die Förderung der Ehrenamtlichen ist eine Aufgabe des Fördervereins Telefonseelsorge Osnabrück.

„Das Ehrenamt braucht mehr Wertschätzung“, sagt Gabriele Link, Vorsitzende des Fördervereins. Sie kann in die Öffentlichkeit gehen und für die Arbeit werben. Den Ehrenamtlichen ist das nicht möglich: Wer die einjährige Ausbildung für den Dienst am Telefon absolviert hat, verpflichtet sich nicht nur zu regelmäßigen Diensten, sondern ebenso zur Verschwiegenheit. Niemand soll wissen, wer die Gespräche entgegennimmt , um absolute Vertraulichkeit zu gewährleisten.

Fortbildung und Fachliteratur

„Andere Menschen können von ihrem Ehrenamt erzählen“, sagt Link: Dafür, dass sie Kindern vorlesen, Flüchtlingen Deutsch beibringen oder als Trainer im Sportverein ihre Freizeit sinnstiftend verbringen bekämen sie viel Lob und Anerkennung von ihrer Umwelt. Den Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge bleibe das verwehrt.

Hinzu komme, dass die Fördermittel nicht für eine regelmäßige Unterstützung der rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reiche. Fortbildung, Supervision und Fachliteratur seien aber wichtig, um den nicht immer leichten Dienst leisten zu können. Sie hören zu jeder Tag- und Nachtzeit zu, sie versuchen zu klären, sie ermutigen, damit der Anrufer eine eigene Entscheidung treffen kann. Manchmal hilft auch ein Hinweis auf andere Beratungsstellen und Hilfsleistungen.

Einfach mal reden

Für viele Anrufer ist die Telefonseelsorge aber auch der einzige Kontakt , den sie noch haben. Vor allem ältere Anrufer, seien unter denen , die einfach mal mit einem anderen Menschen sprechen möchten, berichtet Gabriele Link.

Der 2012 gegründete Förderverein hat das Ziel, mit Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Kontakten zu lokalen Firmen und Initiativen auf die Arbeit der Telefonseelsorge aufmerksam zu machen. „Wir hoffen darauf, dadurch die Wahrnehmung der Arbeit der Telefonseelsorge zu erhöhen, um finanzielle Mittel zu erhalten, die den Ehrenamtlichen durch Fortbildung und eine gute Ausstattung der Dienststelle in Osnabrück zugutekommen sollen“, erläutert Link.

Fördermitglieder gesucht

Die Beratung im Internet und durch Chats gewinne an Bedeutung. Auch darauf müssten die Ehrenamtlichen vorbereitet und die technische Ausstattung verbessert werden. Der Förderverein hoffe, Betriebe, Organisationen, Praxen und Kliniken als Fördermitglieder zu gewinnen. Aber auch Einzelpersonen könnten sich mit einem freiwilligen Jahresbeitrag für die Telefonseelsorge einsetzen.

Weitere Informationen sind auf der Homepage erhältlich: www.foerderverein-sos.de .