Debatte um Stickstoffdioxid Greenpeace Osnabrück: „Autofahren unattraktiv machen“

Von Jörg Sanders

Osnabrück hat ein Problem mit Stickstoffdioxid. Greenpeace Osnabrück fordert zahlreiche Maßnahmen, um dem Problem Herr zu werden. Foto: Michael GründelOsnabrück hat ein Problem mit Stickstoffdioxid. Greenpeace Osnabrück fordert zahlreiche Maßnahmen, um dem Problem Herr zu werden. Foto: Michael Gründel

yjs/pm Osnabrück. Greenpeace Osnabrück ist der Meinung, die Stadt könne ihr Stickstoffdioxid-Problem in den Griff bekommen, wenn unter anderem das Autofahren unattraktiv gemacht werde. Die Organisation fordert eine City-Maut und Tempo 30 – und mehr.

„Wir müssen, so weit es geht, das Autofahren in Osnabrück unattraktiv machen, um einen Anreiz zu schaffen, öfters das Fahrrad, Car-Sharing oder den ÖPNV zu nutzen,“ teilte Osnabrücks Greenpeace-Sprecher Tobias Demircioglu mit, der auch Grünen-Mitglied des Rats in Georgsmarienhütte ist.

NO2-Werte auch 2016 zu hoch

Mit der Forderung reagiert Demircioglu auf den Bericht unserer Redaktion, wonach die Stadt Osnabrück wohl auch in diesem Jahr erneut den Jahresmittelhöchstwert beim Stickstoffdioxid am Schlosswall und auch am Neumarkt deutlich überschreiten wird.

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Um mehr Menschen vom Auto in den ÖPNV zu bekommen, bedürfe es der zügigen Umsetzung des Nahverkehrsplans inklusive der Reaktivierung der Bahnhalte Rosenplatz, Lüstringen, Schinkel und Eversburg. Ferner benötige Osnabrück einen Radverkehrsplan.

Letzteren hat Osnabrück bereits seit Jahren, er wurde jüngst überarbeitet. Der Rat der Stadt wird sich in einer seiner kommenden Sitzungen mit der Umsetzung beschäftigen. Der Stadtentwicklungsausschuss winkte ihn bereits einstimmig durch.

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Stadtbahn, Umweltspur, Tempo 30

Ferner fordert Greenpeace unter anderem die Wiederkehr einer Stadtbahn, ein Park-and-Ride-Angebot, eine Ringbuslinie mit Umsteigepunkten, eine Einführung von Umweltspuren, die sich Busse und Radfahrer teilen, sowie Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt.

City-Maut für Osnabrück

Auch eine City-Maut wünscht sich die Umweltorganisation. Eine solche gibt es bereits seit Jahren im Londoner Stadtzentrum, von der E-Autos befreit sind. Die Einnahmen einer solchen Maut solltenDemircioglu zufolge gänzlich dem ÖPNV zugutekommen.


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