Diskussion um vierte Tranche für Flughafen FMO bittet das nächste Mal zur Kasse

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Eines der Hoffnungszeichen für 2017: Im kommenden Sommerflugplan steigt die Zahl der Mallorca-Verbindungen ab FMO von 19 auf 28 Flüge pro Woche. Foto: Archiv/Stefan OttjesEines der Hoffnungszeichen für 2017: Im kommenden Sommerflugplan steigt die Zahl der Mallorca-Verbindungen ab FMO von 19 auf 28 Flüge pro Woche. Foto: Archiv/Stefan Ottjes

Osnabrück/Greven. Die Stadt Osnabrück muss über weitere 2,89 Millionen Euro für den Flughafen Osnabrück/Münster (FMO) entscheiden, der Landkreis ist wegen seines deutlich geringeren Anteils mit 850000 Euro dabei: Die zehn Kommunen, die Gesellschafter des Airports in Greven sind, haben in diesen Wochen die Freigabe der vierten Tranche des 2014 beschlossenen Finanzierungskonzepts mit einem Gesamtvolumen von rund 120 Millionen auf der Tagesordnung.

Dass die Zustimmung nicht überall ein Selbstläufer sein könnte, hat der Verlauf der Finanzausschuss-Sitzung des Osnabrücker Rates deutlich gemacht. Auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU), der Vorsitzender des FMO-Aufsichtsrates ist, konnte nicht verhindern, dass nicht der Beschlussvorlage der Verwaltung, der Kapitalzuführung 2018 zuzustimmen, eine Mehrheit fand, sondern überraschend ein Änderungsantrag der Grünen-Fraktion.

Grüne fordern Soll/Ist-Vergleich der FMO-Zahlen

Mit sechs (SPD 3/Grüne 2/FDP 1) gegen fünf Stimmen (CDU 4/BOP 1) wurde beschlossen, das Thema in der ersten Fachausschuss-Sitzung des kommenden Jahres noch einmal auf die Tagesordnung zu nehmen. Bis dahin soll die Verwaltung einen Soll/Ist-Vergleich zu den Eckpunkten des Finanzierungskonzepts und der „tatsächlichen Entwicklung des FMO“ vorlegen.

OB Wolfgang Griesert, der im Sitzungsverlauf erklärte, dass nach seinem Informationsstand als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen auch im laufenden Jahr alle Ziele des Finanzkonzepts einhalten werde und zu bedenken gab, dass eine Verschiebung des für kommenden Dienstag vorgesehenen Ratsbeschlusses nur für Irritationen sorgen könnte, vermochte nichts am Meinungsbild zu ändern. Unterstützung für den Änderungsantrag gab es auch von UWG-Vertreter Siegfried Mierke, der im Finanzausschuss nur über ein Grundmandat verfügt und nicht stimmberechtigt ist.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Hagedorn hatte zuvor kritisiert, dass die Vorlage „unzureichend“ sei und wichtige Informationen fehlten. Dies betreffe zum Beispiel das Geschäftsergebnis 2016 , den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr oder eine Darlegung, dass die Einzahlungen der Gesellschafter tatsächlich nur für die Rückführung der Darlehn verwendet werden und nicht zur Abdeckung operativer Verluste. Eine Verschiebung der Zustimmung, so Hagedorn, sei „nicht dramatisch“.

Der Punkt FMO steht weiter auf der Tagesordnung der Ratssitzung. OB Griesert und Finanzvorstand Thomas Fillep hatten im Ausschuss angekündigt, mit dem Protokoll der Sitzung die geforderten Zahlen nachzuliefern, damit der Rat am Dienstag, wie ursprünglich geplant, einen Beschluss fassen kann.

Dann wäre es möglich, den im September von der FMO-Gesellschafterversammlung festgelegten Zeitplan einzuhalten. Danach soll bis kurz vor Weihnachten die Zustimmung aller Kommunen vorliegen, damit die insgesamt 16,8 Millionen Euro freigegeben werden können. Im Kreistag des Landkreises Osnabrück wird am 19. Dezember abgestimmt, aber in den beiden großen Fraktionen von CDU und SPD werden hier keine Probleme gesehen. In Münster und Greven hat es bereits breite Zustimmung gegeben.

Minus 4,5 Prozent bei Fluggastzahlen

Auf den neuen FMO-Chef Dr. Rainer Schwarz , der Anfang des Jahres seine Arbeit in Greven aufnimmt, nachdem feststeht, dass der Flughafen Rostock-Laage-Gustrow, wo der 59-Jährige derzeit noch Geschäftsführer ist, mit Dörthe Hausmann eine Nachfolgerin gefunden hat, wartet eine Menge Arbeit. Denn 2016 wird der FMO wie 2015 einen Rückgang bei den Passagierzahlen verzeichnen und unter die Marke von 800000 Fluggästen rutschen. Damit ist der Airport bei der Marke, von der aus Mitte der 90er zum Höhenflug mit zwischenzeitlich rund 1,7 Ein- und Ausstiegen im Jahr 2000 gestartet wurde.

Minus 4,5 Prozent lautet der Zwischenwert bis Ende November für 2016 im Vergleich zum Vorjahr – ein Rückgang, der vor allem auf das schwierige Türkei-Geschäft zurückzuführen ist. 751246 Mal ist Greven bisher im laufenden Jahr Ausgangs- oder Endpunkt einer Flugreise gewesen, was ein Endergebnis im Bereich von rund 785000 Nutzern erwarten lässt – nach 822000 FMO-Passagieren 2015.

2017 wird aus Sicht von FMO-Pressesprecher Andres Heinemann „ein entscheidendes Jahr“ für den Airport. Hoffnung auf wieder steigende Fluggastzahlen macht für ihn zum Beispiel das deutliche Plus, das es im Sommerflugplan mit 28 statt zuletzt 19 Mallorca-Verbindungen pro Woche gibt, oder der Start des niederländischen Reiseveranstalters Sunweb am FMO. „Damit können unsere Kunden aus den Niederlanden FMO-Flüge erstmals direkt bei einem holländischen Anbieter buchen“, zeigt sich Heinemann optimistisch, dass dies dazu beiträgt, dass der FMO endlich wieder Aufwind kriegt und positive Zahlen melden kann.


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