Komödiant in der Osnabrückhalle zu Gast Johann König macht „Milchbrötchenrechnung“ auf

Er ist der König des absurden Witzes: Johann König. Foto: Egmont SeilerEr ist der König des absurden Witzes: Johann König. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Seine Programm-Titel sind aus der Luft gegriffen, seine Witze absurd, flach oder skurril. Komödiant Johann König reizte in der Osnabrückhalle die Zwerchfelle seiner Fans.

Er ist der König des absurden Witzes: Johann König. Als „Sinnbild der Ekstase“ oder „Fleisch gewordener Veggieburger“ lässt er sich von einer Stimme aus dem Off bezeichnen, bevor er ins Scheinwerferlicht tritt. „Herzlich willkommen bei meiner Arbeit“, begrüßt er die Besucher im gut gefüllten Europasaal der Osnabrückhalle – und schon erntet er begeisterten Applaus.

Schräge Schoten und skurrile Geschichten

„Ich werde sie jetzt 15 Minuten dermaßen mit Gags vollballern, dass sie nicht mehr können. Dann gehe ich mit einer Kiste Bier ins Hotelzimmer, leg die Beine hoch und mache Feierabend“, sagt er - und macht diese Drohung natürlich nicht wahr. Stattdessen erzählt er, unterbrochen von effektvollen Kunstpausen, skurrile Geschichten, schräge Schoten und dadaeske Begebenheiten, sagt Nonsens-Gedichte auf, singt bisweilen und reizt so die Zwerchfelle seiner Fans.

Zwei neue Schwerpunkte fährt König in seinem aktuellen Programm „Milchbrötchenrechnung“ auf: Seine Familie mit den drei Kindern, offenbar autobiografisch, und Veganer im Allgemeinen und Speziellen. So ist sein Tourtechniker angeblich ein veganer Österreicher: „Zwei Randgruppen in einer Person“, meint er.

Entertainer wird politisch

Großen Raum nimmt die Schilderung des Zoobesuchs mit seinen drei Kindern ein. Der bringt ihm einen Platzverweis ein, weil er zunächst den Luftballonmann am Eingang verbal attackiert, dann seine Kleinste in das Gehege der Erdmännchen fallen lässt und schließlich die Zoofotografin mit dem Vorwurf der Geldschneiderei zur Weißglut bringt. „Ihr müsst selbst wissen, worüber ihr lacht“, empfiehlt er seinen Zuhörern, wenn die Witze allzu flach werden. Und plötzlich wird der selbst ernannte „Humor-Entertainer im Premium-Bereich“ politisch. „Was grenzt an Dummheit?“, fragt er und liefert gleich darauf seine Antwort: „Kanada und Mexiko!“ Einmal mehr fasst sich der Komödiant dann fassungslos an den Kopf, als wolle er sagen: Wie konnte ich bloß so einen Witz raushauen?


0 Kommentare