Nicht alle Schausteller ziehen mit Unmut über Glühweintassen auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt

Der Streit um die Tasse: Nicht alle Osnabrücker Schausteller sind mit dem Glühweinkrug aus Glas zufrieden. Foto: Jörn MartensDer Streit um die Tasse: Nicht alle Osnabrücker Schausteller sind mit dem Glühweinkrug aus Glas zufrieden. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Keramik statt Milchglas: Wer auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt einen Glühwein bestellt, der bekommt ihn nicht immer im offiziellen Krug des Osnabrücker Tourismusmarketing serviert. Neben den beiden Ständen mit Feuerzangenbowle benutzen noch drei weitere Schausteller lieber ihre eigenen Tassen.

Wer bei Margret Kröger unter den Arkaden der Stadtbibliothek einen Glühwein bestellt, der bekommt ihn in einer Tasse mit der Aufschrift: „Nürnberger Christkindelsmarkt Glühwein“ serviert. Hersteller ist die Weinkellerei Gerstacker, von der Kröger seit Jahren ihren Glühwein bezieht. In diesem Jahr schenkt sie ihn zum ersten Mal nicht die offiziellen Osnabrücker Weihnachtsmarkttassen aus.

Die Entscheidung hatte praktische Gründe. „Die Glaskrüge sind im Vergleich zu Tassen mehr als 200 Gramm schwerer“, so Kröger. Ihr weibliches Personal habe die Tabletts mit den Krügen im vergangenen Jahr kaum tragen können: „Alle meine Angestellten hatten Rückenprobleme.“ Außerdem habe die Spülmaschine wegen des erhöhten Gewichts nur zur Hälfte befüllt werden können. Dazu kommt die persönliche Meinung der Chefin über die Optik der Glaskrüge: „Ich finde, sie sehen aus wie Bierkrüge. Das passt nicht zum Glühwein.“

Feuerzangenbowle aus dem Tonbecher

Neben Margret Kröger verkauft auch Weinkrüger vor dem Theater Glühwein aus eigenen Tassen. Dazu kommen ein Stand für Bioglühwein und die beiden Buden der Feuerzangenbowle, die traditionell aus Tonbechern ohne Henkel getrunken wird. Außerdem sind die Tonbecher mit 250 Milliliter Füllmenge etwas größer als die Glühweinkrüge.

Beim Tourismusmarketing Osnabrück, dem Veranstalter des Weihnachtsmarktes, ist man über die Alleingänge nicht besonders glücklich: „Wir haben den Wunsch, dass die Tassen einheitlich genutzt werden“, sagt Beate Krämer. Das sei für die Besucher einfacher, weil sie die Tassen an jedem beliebigen Stand zurückgeben könnten. Außerdem führe es zu einem einheitlichen Bild des Weihnachtsmarktes. Zwingen könne man die Schausteller aber nicht, die offiziellen Weihnachtsmarkttassen zu nutzen. „Derzeit müssen wir das so akzeptieren, aber wir stehen im regen Austausch“, sagt Krämer. (Hier geht es weiter: Weihnachtsmarkttassen 2015 fast vergriffen .)

Beschwerden der Besucher

Berhard Kracke vom Schausteller-Verband Weser-Ems wird da schon deutlicher: „Es gibt von uns eine ganz klare Aussage: Wir möchten, dass jede Bude auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt dieselben Becher benutzt.“ Weihnachtsmarktbesucher hätten sich schon persönlich bei ihm beschwert, weil sie die Keramiktassen von Margret Kröger nicht an anderen Buden zurückgeben konnten. „Ich habe sogar beobachtet, wie die Tassen abends in den Müll geworfen wurden. Das ist katastrophal“, so Kracke.

Margret Kröger will diese Kritik nicht gelten lassen. Sie habe bereits im Vorfeld auf ihre Probleme mit den Glastassen hingewiesen, so die Schaustellerin. Um ihren Kunden entgegenzukommen, hat Kröger einige wenige Glaskrüge vorrätig. „Wenn ein Besucher seinen Glühwein in dem Glaskrug haben möchte, dann schenke ich einen Glaskrug ein“, erklärt sie. Auch würde sie einen Glaskrug füllen, den ein Kunde mitbringt oder auch Pfand für einen Glaskrug herausgeben. Ihre Gerstacker-Tassen nehmen die anderen Schausteller allerdings nicht zurück. Für Kröger kein Problem: „Meine Kunden bleiben in der Regel bei mir stehen, weil es hier so gemütlich ist.“ (Lesen Sie hier: Vier Standorte – vier mal Winterspaß in Osnabrück .)


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