Theaterpädagogische Werkstatt Theater über Geflüchtete in Osnabrück

Liane Kirchhoff (links) und Judith Röser sind für das Stück über Flucht und Integration verantwortlich. Foto: Hermann PentermannLiane Kirchhoff (links) und Judith Röser sind für das Stück über Flucht und Integration verantwortlich. Foto: Hermann Pentermann

  Osnabrück. Die Theaterpädagogische Werkstatt (tpw) Osnabrück hat ein Stück über Flucht und Integration entwickelt. Es wird 2017 in 20 Schulen aufgeführt.

Im letzten Jahr sind sehr viele Geflüchtete nach Deutschland gekommen. Dass so viele Menschen innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland kamen, ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder passiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Vertriebenen aus den osteuropäischen Gebieten, später DDR-Flüchtlinge. Die Theaterpädagogische Werkstatt (tpw) erzählt in einem neuen Stück von diesen Schicksalen. „Fremdsein. Ein Dialog“ ist auf der Grundlage von Interviews mit Vertriebenen, ehemaligen DDR-Bewohnern und Geflüchteten aus afrikanischen und arabischen Ländern entstanden.

Dokumentarisches Stück über Geflüchtete damals und heute

Die Theaterpädagoginnen Liane Kirchhoff und Judith Röser knüpfen damit an das Stück an, das am Jahresanfang im Gymnasium in der Wüste aufgeführt wurde: In „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ traten Gymnasiasten und junge Flüchtlinge gemeinsam auf. Kurz nach den Aufführungen setzten sich Kirchhhoff und Röser zusammen, um nachzudenken, wie sie mit einem weiteren Projekt daran anknüpfen können. „Wir haben überlegt. Was kommt denn nach der Flucht? Die Integration“, sagt Liane Kirchhoff. Das neue Stück erzählt nun von allem zusammen: von der Heimat, der Flucht und dem Ankommen im neuen Land.

Judith Röser hat das Stück auf Grundlage der Interviews geschrieben, die sie und Liane Kirchhoff mit Geflüchteten geführt haben. Da geht es unter anderem um bedrohliche Situationen, die diese Menschen erlebt haben, etwa um eine Frau, die in Bulgarien einen Wald durchqueren muss, in der Annahme, das dauere zwei Stunden. Tatsächlich brauchte sie 22 Stunden und musste in dieser ganzen Zeit die Ungewissheit aushalten, ob sie jemals wieder herauskommt.

„Wir wollten herausfinden, welche Gemeinsamkeiten, aber auch welche Unterschiede es gibt“, erklärt Liane Kirchhoff. Tatsächlich ist vieles ähnlich. Alle Flüchtenden durchlebten auf ihrem Weg in die neue Heimat Gefahren und mussten sich dann in einem ihnen fremden Land integrieren.

Aufführung in 20 Schulen geplant

Gespielt wird das Stück von zwei Studierenden und zwei Geflüchteten, die es im nächsten Jahr in 20 Schulen in der Stadt und im Landkreis Osnabrück aufführen sollen. Schulen können sich in der tpw melden, wenn sie Interesse an einer Aufführung zwischen dem 2. Februar und 3. März 2017 haben. Die Aufführung kostet pro Schüler 4 Euro. Darüber hinaus kann ein Workshop bei der tpw gebucht werden, der 120 Euro kostet. Das Stück biete auch Stoff, der im Unterricht aufgegriffen werden könne, sagt Judith Röser, etwa das Thema DDR-Flucht.

Die Premiere von „Fremdsein“ findet am Donnerstag, 26. Januar 2017, um 19 Uhr in der Katholischen Familienbildungsstätte in Osnabrück statt. Gleichzeitig mit der Aufführung wird eine Wanderausstellung zum selben Thema eröffnet: „Schau mich an!“ zeigt auf 19 Roll-up-Bannern die Gesichter von Geflüchteten damals und heute, die ihre Geschichten erzählen. Initiator der Ausstellung war der Asylkreis Haltern am See.

Infos und Anmeldung zu „Fremdsein. Ein Dialog“ in der tpw, Tel. 0541/58054630, E-Mail: kontakt@tpw-osnabrueck.de.


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