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Letzte Sendung am 16. Dezember Osnabrücker „Hackfleischlover“ verabschieden Domian


Osnabrück. Seit 1995 hört sich Jürgen Domian auf 1Live und im WDR-Fernsehen die Probleme und teils lustigen Geschichten seiner Anrufer an. Am 16. Dezember geht der 58-Jährige das letzte Mal auf Sendung. Die „Hackfleischlover“ aus Osnabrück veranstalten eine Trauerfeier und laden zum Rudelgucken ein.

„Unser geliebter Jürgen Domian ist erlöst“ – damit beginnt die „Traueranzeige“, die derzeit an vielen Stellen in Osnabrück aushängt. „Die Trauerfeier zur letzten Sendung findet am Freitag, 16. Dezember 2016, um 22.00 Uhr in Osnabrück statt. Meldet euch bei uns.“ Als Kontakt ist die E-Mail-Adresse Hackfleischlover26@gmx.de angegeben.

Hinter der „Traueranzeige“ stecken die beiden Azubis Ramona (23) und Simon (26, beide Namen wurden von unserer Redaktion geändert). Einst waren sie in einer Beziehung, „und da haben wir das oft zusammen gehört“, sagt Ramona im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zehn Plätze im Angebot

Ein Paar sind die beiden nicht mehr – hätte Domian das womöglich noch kitten können? –, doch die letzte Sendung gucken sie dennoch gemeinsam. Dazu laden sie weitere Personen ein: Jeder, der Interesse hat, sei willkommen. 50 dieser „Traueranzeigen“ hängten die beiden in der Stadt auf. „Wir dachten, es sei nett, sich von Domian zu verabschieden und dabei noch neue Leute kennenzulernen“, sagt die 23-Jährige. Zehn Personen würden in ihrem WG-Zimmer Platz finden.

Noch zehn Plätze frei

Am 16. Dezember geht Domian das letzte Mal auf Sendung. Zwei Osnabrücker „Hackfleischlover“ laden zum gemeinsam Rudelgucken ein. Foto: Nadine Grunewald

Bislang ist die Resonanz übersichtlich. „Bisher hat sich noch keiner angemeldet“, sagt Ramona etwas enttäuscht. Das liege womöglich daran, dass viele Zettel bereits abgerissen wurden. Immerhin hätten sich zwei Personen gemeldet, die sich jedoch lediglich abmelden wollten. Wohl gemerkt zwei unbekannte und offenbar sehr höfliche Personen. Um die Resonanz noch zu erhöhen, wollen die beiden Azubis vielleicht noch weitere Zettel in der Stadt aufhängen.

Hack für 800 Mark

Ach ja – warum denn nun Hackfleisch? Um Mett ging es in dem unumstrittenen Höhepunkt in mehr als 20 Jahren Domian. Der damals 26-jährige Edwin erzählte von seiner Vorliebe für Hack, lieber vom Schwein als vom Rind. Einmal pro Monat kaufe er beim Metzger 60 Kilogramm Hackfleisch für 800 D-Mark und forme sich daraus einen Frauenkörper, erzählte er. Was er mit diesem tat, ist weder sonderlich appetitlich noch jugendfrei und bleibt daher hier unerwähnt. Natürlich zeigen Ramona und Simon auch diesen Ausschnitt.

Um 22 Uhr startet der Abend mit einem Best of aus mehr als 20 Jahren Domian – per Beamer auf die Wand. „Danach gucken wir hier live die Sendung“, sagt Ramona.

Anmeldungen an Hackfleischlover26@gmx.de. Die 26 steht übrigens für den 26-jährigen Anrufer Edwin. „Hackfleischlover gab‘s schon“, sagt Ramona.


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