Zwei amerikanische Fliegerbomben Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am Sonntag entschärft


Osnabrück. Im Stadtteil Schinkel-Ost wurden am Sonntag zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg geräumt. Rund 8000 Anwohner mussten zeitweise Häuser und Wohnungen verlassen, fanden jedoch im Evakuierungszentrum in der Anne-Frank-Schule Zuflucht.

„Es ist alles gut gelaufen. Es waren keine Sprengungen nötig“, sagte Jürgen Wiethäuper von der Stadt Osnabrück, der sich mit dem Verlauf der Bombenräumungen zufrieden zeigte. „Bei der ersten Bombe handelte es sich um eine amerikanische Fliegerbombe, die offensichtlich bereits im Boden detoniert ist. Die leere Hülle konnten wir gefahrenlos abtransportieren“, so Wiethäuper weiter.

Bereits um 15 Uhr konnte auch bei der zweiten Bombe Entwarnung gegeben werden. Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe, die mit zwei Sprengsätzen an Front- und Rückseite versehen war, wurde problemlos von Sprengmeister Clemens Stolte und seinem Kollegen Robin Oelke entschärft. „Wir sind froh, dass die Bombenräumungen gut verlaufen sind. Mit dem Abschluss der Räumungsmaßnahmen in Schinkel-Ost sind die planmäßigen Arbeiten für dieses Jahr abgeschlossen“, so Jürgen Wiethäuper.

Evakuierung erst nach drei Stunden abgeschlossen

Weniger reibungslos lief es hingegen im Vorfeld der Bombenräumungen. Zahlreiche Anwohner hatten auch nach 10 Uhr, dem offiziellen Zeitpunkt der Absperrung durch die Einsatzkräfte, das Evakuierungsgebiet noch nicht verlassen. „Leider ist das ein immer wiederkehrendes Problem, dass man den ein oder anderen überzeugen muss, tatsächlich das Haus zu verlassen“, erklärte Jürgen Wiethäuper. Bereits im August dieses Jahres mussten 4000 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen aufgrund einer Bombenräumung verlassen.

Zahlreiche Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei gingen von Haus zu Haus, um auch die letzten zurückgebliebenen Anwohner zu bitten, das Einsatzgebiet zu verlassen. „In diesem Evakuierungsgebiet hatten wir rund 100 Nationalitäten. Das ist noch ein Riesenproblem hinsichtlich der Informationen“, so Wiethäuper. Unterstützung leistete auch THW-Hund Max, der mit feiner Nase den ein oder anderen Zurückgebliebenen aufspüren konnte. Erst um 13 Uhr gaben die Einsatzkräfte vor Ort grünes Licht geben und die Räumungsarbeiten konnten starten.

(Der Liveticker zur Bombenentschärfung zum nachlesen)

Entspannte Stimmung im Evakuierungszentrum

Im Evakuierungszentrum in der Anne-Frank-Schule war derweil von den Bombenentschärfungen nur wenig zu spüren. In entspannter Atmosphäre kamen die Anwohner miteinander ins Gespräch, tranken Kaffee, aßen Kuchen und ließen sich von den 63 Hilfskräften vor Ort bestens verpflegen. „Es ist sehr angenehm und ruhig hier. Die Einsatzkräfte sind hilfsbereit und gut organisiert“, bedankte sich eine Anwohnerin. Die jüngeren Gäste nutzen die freie Zeit, um beim Fußball spielen auf andere Gedanken zu kommen. Die älteren Gäste schwelgten in Erinnerungen jüngerer Tage und vertrieben sich die Zeit beim Kreuzworträtseln oder beim Plausch mit den bislang unbekannten Nachbarn.

„Man muss es sich etwas gemütlich machen“, sagte Petra Griesewell, die mit hochgelegten Beinen in einem Buch schmökerte. „Langsam bin ich ein wenig genervt, aber man kann es ja nicht ändern. Meine Schwester ist dieses Wochenende aus Berlin zu Besuch gekommen, musste aber heute Morgen schon wieder zurückreisen“, so die Anwohnerin. Bei den Einsätzkräften herrschte indes beste Stimmung, die ohne größere Vorfälle die Situation im Evakuierungszentrum meisterten. „Es ist alles nach Plan verlaufen. In der Spitze hatten wir 172 Gäste – von Jung bis Alt war alles dabei“, sagte Florian Großeheide, Einsatzleiter vor Ort.


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