Vielleicht auch Beruf des Lohgerbers Der Familienname Lohmann geht vom Wohnsitz am Wald aus

Von Winfried Breidbach


Osnabrück. Unser Leser Karl Lohmann aus Dissen fragt sich, ob Loh- etwas mit „Feuer“ zu tun hat.

Der sehr häufige Familienname Lohmann wird von über 21000 Personen getragen. Die Schreibvarianten Lohman, Looman(n) und Loman(n) sowie die Genitivformen Lohmanns, Looman(n)s und Loman(n)s sind dagegen selten. Der Nachname findet sich überall in Deutschland, konzentriert tritt Lohmann aber in der nördlichen Hälfte des Landes und hier insbesondere im Nordwesten auf. Die stärksten Nester von Lohmann sind in der Stadt Hamburg und im Kreis Wesel festzustellen.

Meist ein Wohnstättenname

Drei verschiedene Grundlagen des Familiennamens Lohmann sind anzuführen. In den weitaus meisten Fällen wird es sich bei Lohmann sicherlich um einen Wohnstättennamen handeln, der sich auf den Wohnsitz des ersten Namensträgers am „Loh“ bezog. Dieses Wort geht auf mittelniederdeutsch lô (loe, loo, loh, lâ) „kleines Waldstück, Gehölz; Buschwald“ zurück, das im hochdeutschen Gebiet gleichermaßen lô, lôh, aber auch lôch lautete. Wäldchen und Gehölze namens Loh gab es überall. Es wird daher kaum möglich sein, im Falle einer bestimmten Familie Lohmann die namengebende Örtlichkeit zu ermitteln.

Ältere Belege: 1348 „Albert Loman“ (Ahnaberg bei Kassel), 1355 „Brant Loman“ (Hannover), 1389 „Thidericus Loman“ (Bremen), 1438 „Johan Loeman“, 1473 „Diderick Loeman“ (Coesfeld), 1473 „Dirick Loman“ (Essen), 1498 „Hinrick Loeman“ (Albersloh), 1498 „Johan Loman“ (Greven).

50 Orte namens Loh

Neben dem mit -mann abgeleiteten Namen Lohmann gibt es zahlreiche weitere Nachnamen, die vom Wohnsitz an einem Wald namens Loh ausgingen. Die einfachen Namen Loh und Loo sind aus dreigliedrigen Formen wie beispielsweise bei „Wichman uppen Lo“ (1473 in Bevern) verkürzt. Die Namen Zumloh, Imloh, van der Loh und van de Loo haben sich bis heute gehalten.

Innerhalb der heutigen Grenzen Deutschlands gibt es über 50 Orte namens Loh und halb so viele Orte namens Lohe. Grundsätzlich konnte von jedem dieser Orte ein Herkunftsname Lohmann ausgehen. Es ist aber zu beachten, dass diese Siedlungen fast alle sehr klein sind. Zumeist handelt es sich um Häusergruppen und Wohnplätze, die nach der Lage am „Loh“ benannt sind. Bei größeren Orten wie etwa bei (Petershagen-)Loh im Kreis Minden-Lübbecke ist eher mit dieser Möglichkeit zu rechnen.

Flammend

Im Einzelfall mag Lohmann auch vom Wort lô, loh, lôe „Gerberlohe“ ausgegangen sein, dann liegt ein Berufsname für den Lohgerber vor. Eine Verbindung mit dem Wort Lohe „Flamme“ (alt lô, lôhe) ist formal zwar ohne Weiteres möglich, doch findet sich kein plausibles Benennungsmotiv für einen zugehörigen Familiennamen.


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