Boom der Farbzwerge Mehr als 3000 Kaninchen bei Schau in Osnabrück


Osnabrück. 3129 Kaninchen 150 verschiedener Rassen und Farbschläge werden an diesem Wochenende bei der 65. Allgemeinen Niedersächsischen Kaninchenschau (ANK) in Osnabrücks Halle Gartlage gezeigt. Darüber staunten beinahe so viele Besucher wie ausgestellte Mümmelmänner.

Perlfeh, Rex, Deutscher Riese – die jeweilige Kaninchenrasse stand auf einem Informationsschild am Käfig. Auch Gewicht und Größe konnten die Besucher auf den Schildern ablesen, während sie entlang der Reihen von Kaninchenkäfigen schlenderten. Mit ihren langen Schlappohren und wackelnden Nasen sind sie alle recht possierlich, doch für Kinder und Familien waren zweifelsohne die Farbzwerge Hauptanziehungspunkt der Schau.

„Die Farbzwergkaninchen boomen“, weiß Ausstellungsleiter Siegfried Mindrup. Es sei schön, Kinder für Tiere zu sensibilisieren und ihnen die Haltung eines Haustieres zu ermöglichen, allerdings seien die kleinen Zwergkaninchen kein Spielzeug. „Sie fordern Verantwortung und sind nicht dafür geeignet, dauerhaft im Wohnzimmer zu verweilen.“

Futter gegen Stress

Und so eine Ausstellung? Bedeutet die für die Langohren nicht ebenso viel Stress, wie herum tobende Kinder im Wohnzimmer? – „Natürlich ist die Schau für die Tiere anstrengend“, gibt Siegfried Mindrup zu. Stress versuche man zu mindern, indem man viel Strukturfutter wie Heu anbietet, das die Kaninchen am leichtesten verdauen können. Weiterhin reiche man das Trockenfutter, das sie von Zuhause gewöhnt sind.

Bereits am Mittwoch wurden die Kaninchen in die Halle transportiert, um am Donnerstag von Preisrichter-Teams in verschiedenen Kategorien bewertet zu werden. Auf die Kaninchenzüchter warteten Pokale und Urkunden sowie Züchterprämien. Für besondere Spannung sorgt stets der Vereinswettbewerb, bei dem Vereine gewinnen, die mit den meisten Kaninchen vertreten sind. Mit 144 gezeigten Tieren hatte in diesem Jahr der Kaninchenzuchtverein I.62 Melle die Nase vorn, gefolgt von Hunteburg (90 Tiere) und Glandorf (77 Tiere).

„Der Große Preis der ANK“

Zum ersten Mal vergeben wurde „Der Große Preis der ANK“, für den Züchter vor der Wertung ihre sechs besten Tiere benannten. Hier gewann Leo Brümmer aus Lähden mit seinen Blauen Wienern. Platz Zwei belegte Ingo Wensing aus Gronau mit Hellen Großsilber, auf dem dritten Platz landete Bernd Napieralla aus Herzberg mit Roten Neuseeländern.

Außer den Kaninchen wurden 28 Exponate bewertet. „Das sind Handarbeiten, teils aus Kaninchenfell gearbeitet“, erklärte Gudrun Hoogen aus Belm, Leiterin der Handarbeits- und Kreativgruppe. Aus fünf Fellen eines weichen Rex-Kaninchens fertigte sie einen mit Wolle und Granulat gefüllten Teddy. Andere Gruppenmitglieder strickten Pullover aus der Wolle des wuscheligen Angora-Kaninchens.

65-jährige Tradition

Seit 65 Jahren, immer am ersten Adventswochenende , findet die Niedersächsische Kaninchenschau in der Halle Gartlage statt. Integriert ist die Kreisverbandsschau Osnabrück. Die Namen der Ausstellungen können täuschen: Keinesfalls stellen nur Züchter aus Niedersachsen aus, vertreten waren dieses Mal Landesverbände unter anderem aus Schleswig-Holstein, Hessen und dem Rheinland. Auch niederländische und drei tschechische Züchter sowie Kaninchenfreunde aus Norwegen waren vertreten.


Ehrenpreise

- Die bronzene Plakette der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erhielt Leo Brümmer aus Lähden für seine Blauen Wiener.

- Die bronzene Plakette des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhielten Manfred Lemme aus Hammah für seine Satin-Havanna und Niko Brümmer aus Lähden für seine wildfarbenen Farbenzwerge.

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