Ausstellung „Im Graphitgestöber“ Skurrile Wesen und Tiere: Zeichnungen in der Galerie Letsah

Von Tom Bullmann

Fast ausschließlich mit dem Bleistift zeichnet Hubert Manke seine Kunstwerke. Foto: Jörn MartensFast ausschließlich mit dem Bleistift zeichnet Hubert Manke seine Kunstwerke. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Aus Melle stammt der Künstler Hubert Manke, der sich fast ausschließlich der Bleistiftzeichnung widmet. Bei Letsah sind jetzt seine Blätter zu sehen, die er geradezu manisch mit fantastischen Tieren, skurrilen Gestalten und bizarren Landschaften füllt.

Es hat einen Grund, warum in den Zeichnungen von Hubert Manke des Öfteren ein altmodisch anmutendes Utensil auftaucht, das dazu dient, einen Bleistift zu verlängern. Dieser Halter ermöglicht es, das Zeichengerät bis zum Ende anzuspitzen und auch den letzten Zentimeter des Graphitkerns zu nutzen. Da Manke seine Kunstwerke fast ausschließlich mit dem Bleistift zeichnet, benutzt er aus nahe liegenden Gründen eine solche Bleistiftverlängerung „Ich weiß nicht, wie viele Bleistifte ich im Lauf der Jahre in meiner Hand abgearbeitet habe“, formuliert es der in Melle lebende Künstler, wenn er über den Verschleiß von Arbeitsmaterial spricht.

Was dabei herauskommt, wenn er den Stift zur Hand nimmt und in geradezu manischer Art ein Blatt Papier nach dem anderen mit seinen Visionen füllt, das kann man sich jetzt in der Galerie Letsah anschauen. „Im Graphitgestöber“ nennt er die schwarz-weiße Bilderschau, in denen es von fantastischen Tieren, skurrilen Gestalten und bizarren Landschaften nur so wimmelt. Der Begriff surreal kommt einem in den Sinn. Jedoch zerfließen hier keine Uhren und Lebewesen haben keine Schubladen wie bei Salvador Dali. Da hält Manke es lieber mit Hieronymus Bosch und lässt einen Kopffüßler durchs Bild laufen.

Der ehemalige Lehrer hat aber auch andere Vorbilder: „Spaziergang mit Caspar David Friedrich“ nennt er eine Hommage an den Meister der Romantik, mit der er verschiedene seiner Motive verschmelzen lässt.

Seit seiner Pensionierung hat Manke mehr Zeit, um sich seiner Passion zu widmen. Das Resultat sind aufwändig gezeichnete Wimmelbilder wie die „Betriebsversammlung bei Bosch“, mit fliegenden Fischen und lachenden Narren. Ein gehörnter und befederter Fantasieschädel evoziert bei dem Zeichner den Titel: „Eine persönliche Frage noch, Herr Darwin“.

Zur Finissage am Sonntag, 18. Dezember, liest der Schriftsteller Alfred Cordes um 15 Uhr aus seinem neuen Roman „Brainway“.


Galerie Letsah (Süntelstraße 49): „Im Graphitgestöber“. Bleistiftzeichnungen von Hubert Manke. Bis Sonntag, 18. Dezember, Sa. und So. 14-19 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 0541 – 600 12 55)

0 Kommentare