Konkurrenz im eigenen Haus CP Group zieht bei Kaffee Partner in Osnabrück aus


Osnabrück. Die Konkurrenz verlässt das Haus: Die CP Group GmbH mit ihren Marken Coffee Perfect und Coffee Plus zieht Anfang Dezember beim einstigen Mutterunternehmen Kaffee Partner in Osnabrück aus. Der neue Firmensitz liegt nur ein paar Meter entfernt.

Die CP Group wechselt von der Kaffee-Partner-Allee 1 an die Winkelhausenstraße 10. Auf dem früheren Kasernengelände ist gegenüber der Polizeiwache ein Bürogebäude entstanden, wo sich der kleinere der beiden Osnabrücker Kaffeemaschinen-Verleiher nach Recherchen unserer Redaktion für zunächst drei Jahre einmieten wird. Der Umzug findet nach Unternehmensangaben am 1. und 2. Dezember statt.

Damit endet eine Situation, die in der deutschen Unternehmenslandschaft als einmalig und kurios, von den Betroffenen hingegen wohl eher als unerträglich empfunden wurde. Zwei konkurrierende, ja zerstrittene Firmen unter einem Dach, die eine aus der anderen erwachsen – mit Mitteln, die mehrfach hohe Gerichte beschäftigten: Das konnte nicht ewig gut gehen.

Dem Ableger wird es zu eng

Im Osnabrücker „Kaffeekrieg“ packt der eigenmächtig gewordene Ableger nun seine Sachen und räumt die oberen Stockwerke im berühmten Untertassen-Haus am Hafen – einschließlich der Chefetage mit den beiden Geschäftsführern Marc Beimforde und Jan-Dirk Büsselmann, die einst Kaffee Partner gemanagt hatten und Anfang 2015 zu Coffee Perfect wechselten. Die CP Group begründet den Umzug offiziell mit „starkem Wachstum“.

Das Unternehmen zähle inzwischen 180 Mitarbeiter, davon ein Drittel im Innendienst, wie ein Sprecher erklärt. Mithin seien die räumlichen Kapazitäten am bisherigen Standort erschöpft. An der neuen Adresse aber gebe es „große Wachstumsmöglichkeiten für die nächsten Jahre“.

Konkurrenten bleiben verflochten

Konkret wird die CP Group an der Winkelhausenstraße 10 zwei Etagen belegen und sich damit auf 800 von 1200 Quadratmetern ausbreiten, die der Neubau insgesamt an Nutzfläche bietet. Weitere Mieter sind nach Angaben der Meller Eigentümergesellschaft BSS Immobilien eine Werbeagentur sowie ein Planungs- und Ingenieurbüro. Knapp 200 Quadratmeter in dem 2,4 Millionen Euro teuren Bürohaus, das seit November 2015 in gut einjähriger Bauzeit errichtet wurde, bleiben bis auf Weiteres verfügbar.

Und was passiert mit den frei werdenden Flächen bei Kaffee Partner? „Eine Anschlussvermietung ist in Aussicht“, teilt die CP Group auf Nachfrage mit. Aber wer auch immer hier folgen mag: Die beiden Wettbewerber bleiben indirekt miteinander verflochten. Denn Vermieter ist hier die O.K. Immobilien GmbH aus Osnabrück, Teil der Ost und Koch Unternehmensgruppe. Deren Gesellschafter Andreas Ost und Michael Koch wiederum sind die Alt-Eigentümer der Kaffee Partner Holding. Die CP Group gehört ihren Kindern Rebecca Ost und Lennard Koch.

Tausende Kunden, eigene Produkte

Sie tummeln sich auf zwei Geschäftsfeldern: Mit der Marke Coffee Plus ist die CP Group im Business-to-Business-Bereich unterwegs, verleiht also – wie der große Konkurrent Kaffee Partner – Kaffeemaschinen und auch Wasserspender an andere Gewerbetreibende. Mit der Marke Coffee Perfect richtet sich die CP Group an Endkunden (Business-to-Costumer, B2C).

Die Geschäftsentwicklung sei „mehr als zufriedenstellend“, teilt das Unternehmen auf Nachfrage mit. Die Gerichtsprozesse mit Kaffee Partner hätten sich „in keiner Weise“ darauf ausgewirkt, „da wir in keinem Rechtsstreit unterlegen waren“. Im B2B-Bereich habe die CP Group „mehrere Tausend Kunden“ gewinnen können. Zudem sei im Juni bei Coffee Plus erfolgreich ein eigenes Sortiment an Kaffees und Füllprodukten auf den Markt gebracht worden. „Weitere Produkte werden folgen“, kündigt das Unternehmen an.

Neue Stellen in Deutschland und Österreich

Für 2017 habe sich die CP Group weitere Expansion vorgenommen. Unter anderem sollen in Deutschland und Österreich zahlreiche neue Stellen geschaffen werden. Zum Vergleich: Der Jahresumsatz der CP Group betrug 2015 nach NOZ-Informationen sechs Millionen Euro. Platzhirsch Kaffee Partner (530 Mitarbeiter, 70.000 Kunden) erwirtschaftete nach eigenen Angaben im selben Zeitraum 100 Millionen. (Weiterlesen: Betriebsratsgründung bei Kaffee Partner Anfang 2017)


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