Aldi verlässt Petersburger Wall Osnabrücker hoffen auf einen neuen Nahversorger

Verlust für den Petersburger Wall: Aldi zieht 2017 aus. Anwohner hoffen auf einen neuen Nahversorger.Foto: Jörn MartensVerlust für den Petersburger Wall: Aldi zieht 2017 aus. Anwohner hoffen auf einen neuen Nahversorger.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Hoffnung auf einen neuen Nahversorger in der südlichen Innenstadt, Hürden auf dem Haseuferweg, der Zustand der Johannisstraße und des Neumarkts beschäftigten das Bürgerforum Innenstadt.

Osnabrück. Aldi schließt sein Geschäft am Petersburger Wall. Marius Meinert, der in der Innenstadt lebt und regelmäßig das Bürgerforum besucht, berichtete von einem Gespräch, das er mit der Immobilienverwaltung von Aldi-Nord geführt habe. Demnach sei die Schließung für Ende 2017 geplant. Meinert fragte die Verwaltung, inwieweit sie sich für die Nahversorgung engagieren kann. Dem Fachbereich Städtebau nach ist die Ankündigung des Lebensmittelhändlers seit Anfang November bekannt. Schon vor längerer Zeit habe sich offenbart, dass Aldi-Nord seinen Standort am Petersburger Wall nicht weiterentwickeln kann. In der näheren Umgebung lasse sich derzeit kein Grundstück finden, dass groß genug für die Ansprüche des Lebensmittelhändlers ist.

Bauantrag für Lebensmittelhändler am Salzmarkt

Für die Anwohner jedoch soll es einen Ersatz für Aldi geben: Holger Clodius vom Fachbereich Städtebau berichtete, dass ein Investor das geschlossene Lebensmittelgeschäft am Salzmarkt übernehmen wolle: „Der Bauantrag liegt vor.“ Dem Investor sei es ernst, denn: „Er hat schon nachgefragt, wie weit wir denn sind.“ Die Genehmigung sei auf dem Weg.

Schlagvorder Straße als Stolperfalle für den Haseuferweg

Stolperfalle für den Haseuferweg: Dort, wo die Schlagvorder Straße über die Hase führt, unterbricht sie den Haseuferweg – und zwar zu abrupt, wie offenbar viele Passanten finden. SPD-Ratsherr Heiko Schlatermund hat nachgemessen: Die Bordsteinkante sei 17 Zentimeter hoch und erweise sich als Gefahr vor allem für Rollstuhlfahrer. In einem Fall habe er „extra den Verkehr angehalten“, um einer Rollstuhlfahrerin, die beim Überqueren der Schlagvorder Straße in Schwierigkeiten geraten war, helfen zu können. Schlatermund wünschte deshalb, dass die Bordsteine dort abgesenkt oder die Fahrbahn erhöht wird. Ersatzweise brachte er einen Schutzbügel an den jeweiligen Enden des Haseuferweges ins Spiel. Holger Clodius vom Fachbereich Städtebau berichtete, dass weder an der Bordsteinkante noch an der Fahrbahn etwas geändert werden könne. Die Kante sei Teil der Brückenkonstruktion. Und die Fahrbahn dürfe nicht angehoben werden, weil dann im Falle eines Unfalls Fahrzeuge auf den Gehweg gelangen und durch die Brüstung brechen könnten.

„Skateboard-Fahrer brettern dann einfach drüber“

Und für Radfahrer soll die Situation tatsächlich schwierig sein. Die Verwaltung formuliert es so: „Da der Haseuferweg auch stark von Radfahrern frequentiert wird, könnten diese durch eine Querungshilfe an dieser Stelle dazu verleitet werden, geradeaus durchzufahren, was verkehrlich äußerst problematisch ist.“ Eine Anwohnerin warnte davor, den Übergang „zu leicht zu machen“, denn: „Skateboard-Fahrer brettern dann einfach drüber.“ CDU-Ratsherr Christoph Bertels erinnerte daran, dass für die sichere Überquerung der Straße eigentlich die nächste Ampelkreuzung vorgesehen ist – und stieß damit auf Kritik: Das sei vom „grünen Tisch“ aus leicht zu sagen, meinte eine Anwohnerin. CDU-Ratsherr Thomas Niemann, der das Bürgerforum leitete, fasste zusammen: „Die Situation ist unbefriedigend.“ Clodius stellte in Aussicht: „Wir können uns das noch einmal anschauen.“

Busbahnhof zum Hauptbahnhof

Eine attraktive Johannisstraße – das ist ein Wunsch, den Brigitte und Klaus Möller äußerten. Dafür müsse jedoch erst dies geschehen: „Um aus der Johannisstraße in der Zukunft wieder eine schöne Fußgängerzone zu machen, schlagen wir vor, den Busverkehr langsam, aber stetig vom Neumarkt abzuleiten.“ Das Ehepaar schlägt vor, den Busbahnhof zum Hauptbahnhof zu verlegen – und einen Pendelverkehr zum Neumarkt: „Warum probieren Sie das nicht aus?“ Zwar blieb die Antwort offen, doch Sitzungsleiter Niemann verwies auf Beschlüsse in der Politik: „Das ist auf dem Prüfstand.“

Beide Welten werden parallel laufen“

Brigitte und Klaus Möller kritisieren auch steigenden Preise für Fahrkarten. Christian Slottka von den Stadtwerken berichtete über eine analoge und digitale Tarifstrategie für die kommenden Jahre: erstere mit mehr zielgruppenspezifischen Angebote, zweitere mit dem stets günstigsten Tarif für Mobiltelefonnutzer: „Beide Welten werden parallel laufen.“

„Es hat sich seit drei Jahren nichts getan“

Auch Ärger über den Zustand des Neumarkts kam hoch. Eine Anwohnerin berichtete, Touristen sprächen sie auf den „verkommenen“ Zustand des Straßenzugs an. Manche Anwohner glauben offenbar nicht mehr daran, dass das geplante Einkaufscenter überhaupt gebaut wird. Klaus Möller sagte es so: „Es hat sich seit drei Jahren nichts getan.“


0 Kommentare