Brandbombe geräumt Nur noch zwei Bombenentschärfungen am Sonntag in Osnabrück

Die Zahl der am kommenden Sonntag mutmaßlich zu entschärfenden Bomben in Osnabrück hat sich während der Vorarbeiten von drei auf zwei reduziert. Symbolfoto: David EbenerDie Zahl der am kommenden Sonntag mutmaßlich zu entschärfenden Bomben in Osnabrück hat sich während der Vorarbeiten von drei auf zwei reduziert. Symbolfoto: David Ebener

Osnabrück. Aus drei werden zwei: Die Zahl der am kommenden Sonntag mutmaßlich zu entschärfenden Bomben in Osnabrück hat sich während der Vorarbeiten reduziert. Eine Brandbombe konnte bereits unschädlich gemacht werden. Am Zuschnitt des Evakuierungsgebiets ändert sich jedoch nichts.

Wenn es in Osnabrückum Bombenräumungen geht, dann ist Jürgen Wiethäuper gefragt. Der zuständige Fachdienstleiter bei der Stadt Osnabrück hat auf Anfrage unserer Redaktion gute Nachrichten aus dem Stadtteil Schinkel-Ost mitzuteilen: „Wir sind zunächst von drei Verdachtsfällen ausgegangen. Im Zuge der Vorarbeiten sind nach aktuellem Stand für Sonntag noch zwei übrig geblieben.“ Hintergrund: Bei den Vorbereitungen für Sonntag hat sich herausgestellt, dass es sich bei einem Verdachtspunkt um eine Brandbombe handelte. Brandbomben können von den Spezialisten ohne Evakuierung geräumt werden, weil sie nur eine minimale Sprengwirkung haben. „Die erste Bombe konnte daher schon gesichert abtransportiert werden“, sagt Wiethäuper.

Besonderheiten bei beiden Verdachtsfällen

Bleiben also noch zwei Sprengkörper für Sonntag übrig: An beiden Punkten seien die Vorarbeiten in vollem Gange, teilt Wiethäuper mit. Und an beiden Punkten gebe es Besonderheiten. Bei der mutmaßlichen Bombe Nummer eins handele es sich möglicherweise um einen nicht mehr kompletten Sprengkörper. Im Erdreich über der mutmaßlichen Bombe sei ein Metallsplitter gefunden worden, der theoretisch dazugehören könnte. „Es könnte sein, dass die Bombe im Erdreich detoniert ist und wir nur noch auf Überbleibsel treffen. Aber genau wissen wir das erst, wenn die Untersuchung vor Ort stattfindet.“

Falsche Kartierung sorgt für Verwirrung

Bei Bombe Nummer zwei verhält es sich etwas komplizierter, was weniger mit Splittern zu tun hat, als mit verwirrenden Karteneinträgen. Beim zweiten Lagepunkt habe es in unmittelbarer Nähe laut Kartenwerk bereits im Jahr 1984 eine Entschärfung gegeben, was zu kurzzeitigen Unklarheiten führte, ob an dieser Stelle überhaupt noch gebuddelt werden müsse. Laut Wiethäuper stellte sich jedoch heraus, dass die Räumung vor 32 Jahren offenbar falsch kartografiert wurde. Fakt ist: In rund fünf Metern Tiefe liegt noch etwas. (Weiterlesen: Alles zu den Bombenräumungen in Osnabrück lesen Sie im NOZ-Themenportal.)

Reihenfolge noch unklar

„Ein Verdachtspunkt weniger macht es für alle Beteiligten natürlich etwas stressfreier“, so Wiethäuper. Am Zeitplan rüttelt diese Entwicklung aber nicht. Nach wie vor gelte für die Bevölkerung, dass bis 10 Uhr alle den Evakuierungsbereich zu verlassen haben. Betroffen in Schinkel-Ost und in den angrenzenden Stadtteilen sind rund 8000 Personen. Für sie steht ein Evakuierungszentrum in der Anne-Frank-Schule in der Knollstraße zur Verfügung. Da sichergestellt werden muss, dass alle Personen dieser Aufforderung nachgekommen sind, beginnt die eigentliche Entschärfung erst Stunden später. In welcher Reihenfolge die mutmaßlichen Bombenfunde angegangen werden, wird am Sonntag vor Ort entschieden.

Evakuierungsbereich bleibt bestehen

Und auch wenn bombentechnisch gesehen aus drei nun zwei geworden sind, bleibt auch beim Zuschnitt der Evakuierungszone alles gleich. „Die Verdachtspunkte liegen so nah beieinander, dass der Bereich nicht verändert wird“, sagt Wiethäuper.

Krankentransporte und Nachbarschaftshilfe

Bettlägerige und kranke Personen können über die Regionalleitstelle Osnabrück eine Transportmöglichkeit anfordern (Telefon: 0541/323-4455). Dort müssen die betroffenen Personen angeben, ob sie sitzend oder liegend befördert werden müssen, ob eine ansteckende oder infektiöse Krankheit vorliegt oder gegebenenfalls sogar eine Transportunfähigkeit besteht.

Da die Maßnahmen mehrere Stunden dauern werden, sollen die betroffenen Personen an angemessene Kleidung, Medikamente, Säuglings- und Spezialnahrung denken. Ferner bitte die Stadt, insbesondere ältere und ausländische Nachbarn über die Evakuierung zu informieren.

Für Fragen ist am Samstag, 26. November, von 8 Uhr bis 18 Uhr und Sonntag, 27. November, von 8 Uhr bis zum Ende der Maßnahme ein Bürgertelefon unter 0541/323-4490 geschaltet.


Im Einzelnen sind sämtliche nachfolgend genannten Straßen und Häuser zu räumen:

Altehageweg

Am Grewenkamp

Am Roten Berg

Am Röthebach

Am Tie 7 - 23

An der Ludwigshalle

Auf der Heide

Backhausbreite

Belmer Fußweg 9 und 10

Belmer Straße 93 - 349A

Bergerort

Biedendieckstraße 12, 14, 16

Boltenweg 20 - 37

Bremer Straße 124 - 266 gerade

Burbrink

Corthausstraße

Dolfenstraße

Ellerhorststraße

Entrupweg

Friedensweg

Goldkampstraße

Gretescher Weg 1 - 143B ungerade und 2 - 134 gerade

Heiligenweg 2 - 124 gerade

Im Fange

Im Wegrott

Im Winkel

Imeyerweg

Jäneckestraße

Jeggener Weg

Kahle Breite 23

Kapellenweg

Kaßmannsweg

Kreuzhügel 16 und 18

Meinkerstraße

Mindener Str. 97 - 205 ungerade

Mönterstraße

Nienort

Nordstr. 1 - 60, 107 - 109

Ölweg

Prof.-Brandi-Straße

Prof.-Schirmeyer-Straße

Ruppenkampstraße

Ruwestraße

Scharfe Hegge

Schinkelbergstraße

Schinkeler Esch

Schinkeler Mark

Schmiedeweg

Schwanenburgstraße 2 - 26 gerade

Strothmannsweg 1 - 71

Südstraße

Tannenburgstraße 129 - 236

Tiemannstraße

Von-Scheffel-Straße

Weberstraße 20 - 69 und 82

Weiße Breite

Weitkampweg

Westerbreite

Windthorststraße

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