Mit Schwung ins neue Projektjahr Osnabrücker Verein Unikate feiert Bewegungsfest

Von Karsten Herrmann

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In der „Bewegungslandschaft“ lernen sich Kinder, Mentoren und Eltern auf spielerische Art und Weise kennen. Foto:Thomas OsterfeldIn der „Bewegungslandschaft“ lernen sich Kinder, Mentoren und Eltern auf spielerische Art und Weise kennen. Foto:Thomas Osterfeld

Osnabrück. Rutschen, tanzen, gemeinsam lachen. Unter dem Motto „Durch Bewegung lernen wir uns näher kennen“ hat der Verein Unikate Osnabrück zum fünften Mal sein Bewegungsfest gemeinsam mit Eltern, Kindern, Mentoren und Mitarbeitern des Vereins gefeiert.

Stephanie Koopmann, Gründerin von Unikate Osnabrück und Leiterin des Projekts Emil (Ehrenamtliches Mentorenprojekt für individuelles Lernen), stellte die „Tandems“ des neuen Projektjahres vor. Vereinsziel ist, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und damit Eltern ein Stück zu entlasten. Mit dem Fest sollen vor allem die Kinder und Mentoren, aber auch die Familien der Kinder sowie die Mitarbeiter von Unikate miteinander ins Gespräch kommen.

Treffen im Kindersportzentrum KidsZ

Ein Tandem bilden immer ein Kindergartenkind und sein Mentor, der das Kind ein Jahr lang begleitet. Nach der Vorstellungsrunde verteilen sich alle in den Sporthallen des OSC-Kindersportzentrums KidsZ. Koopmann erklärt: „Es dauert immer ein bisschen, bis sich die Eltern, Mentoren und Kinder orientiert haben. Jeder muss erst in seine Rolle finden.“ Durch die gemeinsame Bewegung und selbstinszeniertes Spielen sollen sich alle besser kennenlernen. So lernen die Mentoren auch, wie sie mit den Eltern eine Einheit finden können. Und die Eltern sehen, wer hinter dem Projekt steckt. Auch das sei wichtig, so Koopmann, denn der Kontakt zu den Eltern finde normalerweise über die Kindergärten statt.

In der „Bewegungslandschaft“ mit Piratenschiff, Rutschen, Trampolins und Klettergerüsten können sich die Kinder austoben. Immer dabei sind ihre Mentoren, die sie für die nächsten Monate begleiten werden. Diese sind vor allem junge Erwachsene, die an einer der Fachschulen zur Sozialpädagogik in Osnabrück eine Ausbildung absolvieren, aber auch Studenten und andere Ehrenamtliche.

Saskia (18) macht eine Ausbildung zur Erzieherin und durfte ihr Patenkind Ashir (5) vor zwei Monaten kennenlernen. Er kam mit seiner Familie vor zwei Jahren aus Pakistan nach Osnabrück. Sein Vater hatte ihn für das Projekt Emilia angemeldet. Emilia ist das Schwesternprojekt von Emil und richtet sich vor allem an Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die sich in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden müssen. Ashir findet seine neue Mentorin ganz toll. Und auch Saskia freut sich auf die gemeinsame Zeit. Besonders darauf, „viel Neues kennenzulernen und selbst Verantwortung für ein Kind zu übernehmen“.

In den nächsten Wochen werden sich Saskia und Ashir einmal wöchentlich treffen. Genau wie die anderen 43 Tandems. Manchmal wird auch Labeeb, Ashirs Bruder bei den Treffen dabei sein, denn Geschwister sollen bewusst in das Projekt mit integriert werden. Die Kinder entscheiden selbst, wie die Treffen gestaltet werden sollen. Fragen, die die Kinder beschäftigen, werden mit den Mentoren besprochen und gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Manchmal entstehen so eigene Projekte, die die ganze Familie mit einbinden.

Für beide Seiten bedeuteten die Erfahrungen aus den Treffen einen enormen Gewinn, sagt Koopmann. Die Mentoren helfen den Kindern aus Flüchtlingsfamilien beispielsweise auch beim Erlernen der deutschen Sprache. Hier findet Koopmann besonders den sprachlichen Austausch wichtig. „Einer der Mentoren lernt jetzt arabisch.“ Dankbar ist sie vor allem dafür, dass ihr die Eltern und Familien der Kinder ein so großes Vertrauen entgegenbringen.

Bis zum nächsten Sommer möchte der Verein Unikate die Projekte Emil und Emilia auf den gesamten Landkreis ausweiten. Weitere Informationen zu den Projekten und der Arbeit des Vereins auf www.unikate-os.de


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