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Grundstein gelegt Auch Fitnessstudio mit Höhentraining in L+T-Sporthaus

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. L+T-Chef Mark Rauschen hat während der Grundsteinlegung des Sporthauses ein Geheimnis gelüftet: Das Haus wird neben einer stehenden Surfwelle ein Fitnessstudio mit Höhentraining bekommen.

ARD-Sportkommentator Tom Bartels, der das Fußball-WM-Finale von Rio 2014 kommentierte („Mach ihn! Er macht ihn! Mario Götze!“), moderierte am Donnerstagvormittag am Osnabrücker Haseufer ebenfalls eine globale Besonderheit. „Hier entsteht ein Kompetenzzentrum des Sports, das weltweit einmalig ist“, sagte Architekt Holger Moths aus Hamburg.

Das Besondere an dem Millionenprojekt ist eine sogenannte stehende Welle im Untergeschoss, auf der Wassersportler surfen können. L+T-Chef Mark Rauschen kündigte während der Grundsteinlegung eine weitere Besonderheit an: Die zweite Etage des Sporthauses wird von einem Fitnessstudio eingenommen, das das Modehaus selbst betreiben will und das die Möglichkeit zum Höhentraining bieten wird. Der Luftdruck im Studio kann reduziert werden, um Höhenatmosphäre zu simulieren. Leistungssportler vor allem in den Ausdauersportarten nutzen das Höhentraining zur Leistungssteigerung, weil der Körper auf die sauerstoffärmere Höhenluft reagiert.

Fertigstellung noch 2017

Im Herbst 2017, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, soll das Sporthaus fertig sein – wenn der Zeitplan hält. Unwägbarkeiten gibt es viele: „Hier kommen alle Schwierigkeiten zusammen, die man nur haben kann“, sagte L+T-Chef Mark Rauschen und zählte auf: der begrenzte Raum, die Hase, die Baustelle am Haus des Handels gegenüber, die Einfahrt zum Parkhaus, der Schulbetrieb nebenan, die schützenswerte Platane. Er dankte besonders den Nachbarn, „deren Nervenkostüm wir arg strapazieren“.

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Moderator Tom Bartels mutmaßte, man müsse schon „ein bisschen verrückt sein“, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Mark Rauschen widersprach nicht, wandelte die Verrücktheit aber lieber in „Mut“ um. Er glaube fest daran, dass „der alte Marktplatz, auf dem sich Menschen treffen, wo sie schmecken, fühlen und riechen“ , auch in Zukunft gebraucht wird. Das Modehaus wolle so ein Marktplatz sein und dem wachsenden Onlinehandel mit „guten Produkten, Emotionen und menschlichen Kontakten“ entgegentreten.

Die Sport-Abteilung, die derzeit 2500 Quadratmeter einnimmt, wird sich auf 5000 Quadratmeter vergrößern. Der Umzug werde im Haupthaus Platz schaffen, sagte Rauschen, „darauf freuen wir uns, denn wir haben schon viele schöne Ideen“. Das Sporthaus bilde so etwas wie den „Schlussstein“ in der baulichen Entwicklung des Modehauses an diesem Standort. „Wir haben dann ein rundes Paket mit hoher Strahlkraft, mehr geht hier nicht.“

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sprach vom „spannendsten Bauprojekt, nachdem die Elbphilharmonie fertig ist“. Als gelernter Architekt verfolge er mit einer gewissen kindlichen Freude das Entstehen dieser ungewöhnlichen Architektur mit „dynamisch-spektakulärer Linienführung“. Osnabrück lasse sich eben nicht in rechte Winkel pressen, wofür auch dieses Bauwerk stehe, sagte Griesert und entwarf ein Szenario für die nahe Zukunft: „Ich sehe viele, schön gebräunte junge Leute mit dem Surfbrett unterm Arm durch die Stadt wippen auf dem Weg zum Surfen bei L+T.“