Er kann nur „Liebe“ machen Hagen Rether am 1. Dezember in der Osnabrück-Halle

Von Thomas Wübker

Unbequeme Wahrheiten tischt Hagen Rether am Donnerstag in der Osnabrück-Halle auf. Foto: Elvira PartonUnbequeme Wahrheiten tischt Hagen Rether am Donnerstag in der Osnabrück-Halle auf. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Hagen Rether ist wieder mal in Osnabrück. Am Donnerstag, 1. Dezember, kommt er in die Osnabrückhalle und plaudert unbequeme Wahrheiten aus.

Seit 13 Jahren ist Hagen Rether mit seinem Programm „Liebe“ unterwegs. Der 1969 in Bukarest geborene Musik-Kabarettist spricht dabei unentwegt Wahrheiten an, die in unserer Gesellschaft gerne mal unter den Teppich gekehrt werden. Dies alles macht er auf eine lockere, scheinbar gemütliche Art. Doch eine Kritikerin bescheinigte ihm mal etwas, was viele Kollegen aus der Unterhaltungsbranche sonst abgeht: „Hagen Rether verkörpert etwas, das selten ist: Eine Haltung. Er weicht nie aus, sondern bezieht Stellung, auch wenn die unbequem ist“, schrieb Tina Schlegel in der Abendzeitung.

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Donald Trump, Brexit, Konsumwahn und Massentierhaltung, politisches Machtgebaren, Religionen und Burkadebatten, Kinderarbeit, Lobbyismus, ständiges Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung - an diesen Themen wird sich Hagen Rether wohl am Donnerstag in der Osnabrückhalle abarbeiten. Die Zuschauer sollten Sitzfleisch mitbringen. Die Auftritte Rethers dauern gut und gerne mal dreieinhalb Stunden.

„Der 47-jährige, vielfach ausgezeichnete Kabarettist begegnet der Flut an Themen mit Sarkasmus und Ironie, mit Albernheiten und tiefer Tragik“, war im Göttinger Tageblatt vor kurzem zu lesen. Dort stand auch, dass das Publikum trotz der Länge begeistert war. Dabei kommt er häufig zu einem simplen, aber auch deprimierenden Resümee: „Es ändert sich ja nix.“

Aber Rether zeigt auch andere Wege auf. Üblicherweise gebe es „17 empörte Talkshows und fünf Spiegel-Titelseiten“, wenn das Kind in den Brunnen gefallen sei. „Warum nicht jetzt eine Talkshow, dass die Bienen gerade sterben?“, fragte er in Göttingen. Dort und anderswo nimmt er auch seine Zuschauer in die Pflicht, wenn er fragt: „Wo ist unser Anteil an der Misere?“

Wer sich diesen unbequemen Fragen nicht stellen will, sollte am Donnerstag lieber Zuhause bleiben. Wer aber in die Osnabrückhalle geht, wird wohl ein ebenso komisches wie schmerzhaftes Kabarett-Programm erleben.

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Hagen Rether, Osnabrückhalle, Osnabrück, Do., 1. 12., 20 Uhr, Eintritt: 28,85/22,20 Euro, Kartentelefon: 0541/349024.

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