Aufklärungsquote niedrig Weihnachtsmarkt Osnabrück: Das sind die Tricks der Taschendiebe

Von Sven Kienscherf

Am 25. November startet der Weihnachtsmarkt in Osnabrück. Ein Fest für Taschendiebe? Die Polizei warnt vor den gängigsten Tricks. Foto: dpaAm 25. November startet der Weihnachtsmarkt in Osnabrück. Ein Fest für Taschendiebe? Die Polizei warnt vor den gängigsten Tricks. Foto: dpa

Osnabrück. Am 25. November startet der Weihnachtsmarkt 2016 in Osnabrück. Ein Fest für Taschendiebe? Die Polizei warnt vor den gängigsten Tricks.

Die gute Nachricht zuerst: Laut Polizei liegt die Zahl der Taschendiebstähle noch unter Vorjahresniveau. „Wir zählen für den Zeitraum Januar bis November rund 100 Diebstähle weniger als 2015“, sagte Polizeisprecherin Anke Hamker. Insgesamt zählte die Polizei im vergangenen Jahr 529 Anzeigen wegen Taschendiebstählen in der Stadt Osnabrück und 136 im Landkreis.

Konkrete Zahlen wollte Hamker für 2016 noch nicht nennen. „Wir müssen jetzt erst mal die Weihnachtstage abwarten.“

Veranstaltungen wie Maiwoche und Weihnachtsmarkt ziehen Taschendiebe an. Sie nutzen das Gedränge, um zuzugreifen. Geklaut wird aber auch am Bahnhof und im Supermarkt, auf der Straße und im Lokal. Sind die Wertgegenstände weg, bleiben sie meistens verschwunden. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr für Stadt und Landkreis bei gerade mal 12 Prozent. In der Stadt Osnabrück waren etwa 11 Prozent der von der Polizei ermittelten Täter unter 18 Jahre alt.

Gut beraten ist, wer die Maschen der Diebe kennt. Die Polizei erklärt die häufigsten Tricks:

Der Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder in die Zange genommen; beim Einsteigen stolpert der Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.

Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche versehentlich griffbereit anbietet.

Der Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es – etwa auf Bahnhöfen – an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

Der Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.

Der Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer „versehentlich“ mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.

Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.

Der Hochhebe-Trick: In einer Gaststätte behauptet jemand, das Gewicht des Opfers schätzen zu können. Beim Hochheben „zieht“ er oder ein Komplize die Geldbörse.

Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.

Der Blumen-Trick: Ein Fremder begrüßt das Opfer freundschaftlich, umarmt es oder steckt ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.

Der Taschenträger-Trick: „Taschenträger“ spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.


168.142 Taschendiebstähle

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2015 in Deutschland insgesamt 168.142 Taschendiebstähle angezeigt, 2014 waren es noch 157.069 Fälle. Mit diesem Anstieg von sieben Prozent erreichen die Zahlen ein sehr hohes Niveau. Laut polizeilicher Kriminalprävention, sind es insbesondere auch Kinder und Jugendliche, die beim Taschendiebstahl ertappt werden. 2015 waren 16,6 Prozent der Tatverdächtigen unter 18 Jahre alt. (Quelle: Polizei)