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Politik-Planspiel Studenten der Uni Osnabrück vertreten bei UN-Simulation den Heiligen Stuhl

Von Cornelia Achenbach

<em>Die Osnabrücker Studenten</em> trafen sich in Berlin mit dem Nuntius des Heiligen Stuhls in Deutschland, Monsignore Jean-Claude Périsset. Foto: privatDie Osnabrücker Studenten trafen sich in Berlin mit dem Nuntius des Heiligen Stuhls in Deutschland, Monsignore Jean-Claude Périsset. Foto: privat

Osnabrück. Wenn sich Osnabrücker Studenten dazu entschließen, an dem Planspiel „National Model United Nations“ (NMUN) in New York teilzunehmen, haben sie offenbar ein Händchen für ein besonderes Los: Während sich im vergangenen Jahr die Studenten für die Simulation der Vereinten Nationen auf „Palästina“ vorbereiteten, haben sie diesmal den „Heiligen Stuhl“ gezogen.

Sicher: Realistisch ist das nicht, dass sich Annabel Tesch in New York für die Interessen des Vatikans starkmachen soll. „Soweit ich weiß, dürfen das nur die obersten Würdenträger“, sagt die Studentin der Europäischen Studien. Bei der diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls spricht man von der „apostolischen Nuntiatur“. Aber gut, darum geht es hier auch nicht. Schließlich sind auch 20-Jährige im diplomatischen Dienst nicht realistisch. Viel wichtiger ist, dass die Studenten sich gut in ihre Rolle einfügen: Verbrüderungen zwischen den USA und dem Iran sind bei der NMUN unerwünscht. Und auch die Osnabrücker Studenten müssen die eine oder andere Sichtweise vertreten, die sie vielleicht privat nicht teilen.

Unterstützt werden die elf Studenten vom Bistum Osnabrück: „Wir hatten bereits einen Termin mit Generalvikar Theo Paul“, sagt Annabel Tesch. Paul habe die Argumentationslinien des Heiligen Stuhls dargelegt, auch zu so schwierigen Themen wie der Lage in Palästina, der Flüchtlingsfrage, Familienplanung und gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

In den UN besitzt der Heilige Stuhl, also die völkerrechtliche Vertretung des Vatikans, nur einen Beobachterstatus. Abstimmen darf er also nicht. Dennoch ist sein Einfluss nicht zu unterschätzen. „Wir werden uns Verbündete suchen“, sagt Annabel Tesch. Verbündete, das können zum Beispiel stark katholisch geprägte Staaten sein.

Derzeit treffen sich die Osnabrücker Studenten etwa einmal im Monat, um sich auf ihren Auftritt im März bei den Vereinten Nationen in New York vorzubereiten. Unterstützt werden sie hierbei von der Jura-Doktorandin Marianne Schürheck. Einen Vorgeschmack auf das Simulationsspiel hat es bereits gegeben: Die Osnabrücker Studenten haben an der HamMUN teilgenommen – also einer regionalen Model United Nation. Auch in Osnabrück hat mit der OsnaMUN bereits ein lokaler Ableger stattgefunden – und soll im Mai in die nächste Runde gehen.

„Derzeit suchen wir noch nach Sponsoren und hoffen, die OsnaMUN dauerhaft etablieren zu können“, sagt Annabel Tesch. Im vergangenen Jahr hat sie selbst an dem Osnabrücker Planspiel teilgenommen hat, das sich an Schüler und Studenten richtet. „Uns geht es ja nicht nur darum, dass wir eine tolle Zeit haben und dank Sponsoren eine coole Reise finanzieren“, sagt die Studentin. Die MUN sei eine gute Möglichkeit, jenseits der stressigen und verschulten Studiengänge noch etwas anderes kennenzulernen. „Ich sehe darin auch einen Mehrwert für Osnabrück. In meiner Heimatstadt Saarbrücken gibt es so etwas wie die MUN nicht. Ach, was sage ich: Im ganzen Saarland gibt es das nicht.“

Weitere Informationen gibt es unter www.facebook.com/OsnaMUN und im Blog für das Bistum: www.bistumsblog.de/category/uniatuno/


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