Das sagt der neue Gault-Millau 2017 Diese Gourmetrestaurants liegen nur eine Stunde um Osnabrück

Von Claudia Scholz

Für Gourmetfans empfiehlt der Restaurantführer Gault-Millau 2017 zehn Restaurants in der Umgebung von Osnabrück. Foto: Stefanie HiekmannFür Gourmetfans empfiehlt der Restaurantführer Gault-Millau 2017 zehn Restaurants in der Umgebung von Osnabrück. Foto: Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Es gibt nicht nur das Dreisterne-Restaurant„La Vie“ in Osnabrück. Im Umkreis von maximal einer Stunde um Osnabrück lohnen weitere Restaurants einen Besuch, die vom neuen Gourmetführer Gault-Millau besprochen wurden.

Maximal 20 Punkte vergibt der französische Gourmetführer Gault-Millau pro Restaurant. Die Bewertungen für 2017 wurden kürzlich vorgestellt. Das Restaurant „La Vie“ in Osnabrück bekommt seit zehn Jahren 19 Punkte. Die Höchstnote für die weltbesten Restaurants. In der Umgebung von Osnabrück, maximal eine Autostunde entfernt, hat der Gault-Millau weitere Restaurants getestet. Die Punkte reichen von 14 bis 16 Punkte.

14 Punkte stehen dabei für „sehr gute Küche“. Was so viel bedeutet wie: hier lohnt sich ein Essens-Ausflug. Bei 15 und 16 Punkten lohnt er sich noch mehr. Denn sie stehen für einen „hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität.“ Das zeigt sich dann natürlich auch im Preis.

Münster: vier sehr gute Restaurants

Im nahen Münster wurden vier Restaurants vom Gault-Millau positiv besprochen. „Brust und Keule“, „Spitzner im Oer‘schen Hof“ und „Villa Medici“ konnten sich über 14 Punkte freuen. Beim „Brust und Keule“ heben die Tester die „opulente Fischsuppe“ hervor. Die Küche bezeichnen sie als „munter drauflos kombinierend“. Das Menü kostet 65 Euro pro Person. Das „Spitzner im Oer‘schen Hof“ bietet in einem barocken Prachtbau von 1748 allerlei Gerichte vom „glücklichen“ Schwein. Auf den Teller kommen die Tiere, die Küchenchef Spitzner artgerecht auf einem Hof der Region aufziehen lässt. Die Tester freuen sich über „originelle bretonische Makrele“ und die „kreativ von Burgunderschnecken umrahmte Scholle“.

15 Punkte erhält das „Gourmet 1895“ im Hotel Kaiserhof. In einem „hochherrschaftlichen, aber keineswegs steifen Gourmetsalon mit warmen Goldtönen“ und nur vier (!) Tischen bietet Küchenchef André Skupin zwei fünfgängige Menüs an (zwischen 88 und 104 Euro). Geboten werden Aal, Makrele, Rind, Gänseleber, Jakobsmuschel, Ferkel und Ente - in allen möglichen Feintunings. Gute Cucina italiana gibt es laut Führer in der „Villa Medici“, die sich auch in einer schönen Villa mit Außenterrasse und Blick ins Grüne befindet. Die Tester loben hier die „mit Petersilie und Limone abgeschmeckte Seezunge“ und ein „Reh-Cannellono mit Blaubeeren“.

Bielefeld: „ambitionierte“ und sehr gute“ Küche

Das Bielefelder Restaurant „1550“ in einer restaurierten westfälischen Kotte aus dem Jahr 1550 bekam 14 Punkte für „Marktfrisches und Beliebtes wie die butterzarten Involtini vom Kalbsrücken mit einem schönen Gemüsepotpurri und schaumig leichter Weinsauce“ und ein „belebende Desserts aus Mango und Maracuja mit Schokoladenschmelz“. Die Menüpreise fangen bei 48 Euro an und hören bei 80 Euro auf.

Das „Tomatissimo“ holte im neuen Guide einen Punkt mehr, nämlich 15. Die Kritiker der Gourmetbibel lobten Koch und Küche wie folgt: „Der immer lächelnde und fröhliche Bernhard Grubmüller entführt seine Gäste nach Italien - zu Quark-Gnocchi mit Tomatensugo und geschmorten Schalotten, glasig gegartem Filet vom Seehecht im Kartoffel-Oliven-Sud mit gebackenen Pinienkernen und Tagliata alla fiorentina.“ Speisen kann man pro Menü von 45 bis 89 Euro. Empfohlen - aber ohne Punktewertung - wird die Bielefelder Wein- und Tapasbar „Jivino“ vom griechischstämmigen Gastronomen Jimmi Catsanos.

Lengerich: 13-Punkte-Küche

Das „Hinterding“ in Lengerich, eine 34-minütige Autofahrt von Osnabrück entfernt, wurde vom Gault-Millau mit 13 Punkten ausgezeichnet. Den Testern gefielen der Ort und das Essen: „Wer‘s klassisch mag, fühlt sich in den warmen Gelb- und Rottönen gehaltenen Gasträumen oder auf der schönen Terrasse der denkmalgeschützten Villa schnell wohl. Und erhält Klassiker von Land und Meer - Entenleber und Wachtelbrust, sehr gute Gambas und Jakobsmuscheln.“ Die Preise der Hauptgerichte variieren von 31 bis 63 Euro.

Bakum: 14 Punkte

14 Punkte gingen an das „Kalaboush“ in Bakum, das man mit dem Auto von Osnabrück aus in gut 46 Minuten erreichen kann. Angeboten wird ein wöchentlich wechselndes Sechs-Gänge-Menü. Der Gault-Millau schreibt über die Gerichte des Küchenchefs Paul Gildemeister: „Famos seine Interpretation des modernen Klassikers Gänseleber mit Aal. Er gab der gebratenen Gänseleber und dem geräucherten Aal, der schuppenähnlich mit dünnen, dezent marinierten Radieschenscheiben belegt war, mit Apfelsalat, Vogelmiere und Verbene-Öl belebende Aromen.“ Das Menü reicht von 54 bis maximal 110 Euro.

Bad Bentheim: Anrichtekunst und 16 Punkte

Das nach seinem Küchenchef benannte „Keilings“ in Bad Bentheim, eine gute Stunde von Osnabrück entfernt, hat schon einen Michelin-Stern und wurde vom aktuellen Gault-Millau mit 16 Punkten bedacht. Geboten werden vier- bis achtgängige Menüs, die preislich zwischen 98 und 139 Euro liegen. Was Fisch und Fleisch angeht, macht der Koch für die Gourmetkritiker alles richtig: „Ein Glanzstück der Küche des Anrichtekünstlers Lars Keiling ist das gebratene, mit einem Klecks lila Kartoffelpüree gezierte Seezungenfilet in cremiger Salzzitronensauce mit gerösteten Blumenkohlröschen und leicht karamelisiertem Mandelknusper.“ Sie schwärmen vom „rosa gebratenen Lammrücken“, der mit „einem köstlichen, mit etwas Minze aufgepeppten Püree aus grünen Bohnen“ serviert wird.

Rheda-Wiedenbrück: 30 Plätze für Gourmets

Wer noch zehn Minuten länger als eine Stunde fahren will, dem sei das „Reuter“ in Rheda-Wiedenbrück empfohlen. Da ist Köchin Iris Bettinger der Chef. Das Restaurant, das 30 Gästen Platz bietet, hat vom Gourmet-Guide ebenfalls 16 Punkte bekommen. Die Kritiker lobten die „perfekt confierte Taubenbrust auf einem herzhaften Ragout aus den Keulen, umspielt von etwas Blattspinat, leicht nussigem Butterschaum und angerösteten Haselnüssen.“ Äußerst zufrieden waren sie auch mit dem „mild gebeizten Saibling“, der mit Fenchel, Orange und Algen als salzigem Kontrapunkt kombiniert wurde. Die Menüs liegen preislich zwischen 75 und 165 Euro.