Theater bei den Freimaurern Birga Ipsen inszeniert Lessings „Ernst und Falk“

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Regisseurin BIrga Ipsen im Tempelsaal: Sie inszeniert Lessings „Ernst und Falk“, das ab Dezember im Lortzinghaus gespielt wird. Foto: Hermann PentermannRegisseurin BIrga Ipsen im Tempelsaal: Sie inszeniert Lessings „Ernst und Falk“, das ab Dezember im Lortzinghaus gespielt wird. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Birga Ipsen inszeniert für das Theater Osnabrück Lessings „Ernst und Falk“ im Lortzinghaus. Der Text gehört zum Kernkanon der Freimaurer.

Eigentlich haben nur Freimaurer Zugang zum Lortzinghaus neben der Katharinenkirche. Doch wenn das Theater Osnabrück „Ernst und Falk“ dort aufführt, dürfen auch diejenigen, die keiner Loge angehören, das Haus hinter dem schmiedeeisernen Tor mit seinem obigen Tempelsaal betreten.

Lessings Text handelt schließlich vom Freimaurertum. Wer den Freimaurern beitrete, dem werde empfohlen, die philosophische Abhandlung zu lesen, sagt Matthias Baethge, Meister vom Stuhl der Loge „Zum Goldenen Rade“. Denn neben Mozarts „Zauberflöte“ und Lessings „Nathan der Weise“ gehört der Text zum Kernkanon der Bruderschaft. Und weil die Oper und das Drama in dieser Spielzeit schon auf dem Spielplan des Theater stehen, hätte die Loge angefragt, ob „Ernst und Falk“ nicht noch „draufgesattelt“ werden könnten, so Baethge. Schließlich wird im nächsten Jahr ein Freimaurer-Jubiläum gefeiert. Dann ist es 300 Jahre her, dass die erste Loge in London in gegründet wurde.

(Weiterlesen: „Stadtprojekt Nathan“ des Theaters Osnabrück, zu dem „Ernst und Falk“ gehört)

Lortzinghaus wird zur Bühne

Regisseurin Birga Ipsen nutzt mit den Schauspielern Janosch Schulte (Ernst) und Stefan Haschke (Falk) dafür das gesamte Lortzinghaus. „Wir wollen die Kraft des Ortes nutzen“, sagt sie. So können Momente und die Stimmung der Umgebung aufgegriffen werden.

Die Herausforderung des Textes ist für das Team, das er kein Stück im engeren Sinne ist. „Es gibt keine Emotionen und keine Handlung“, so Ipsen, die zunächst ein Schauspielstudium absolvierte und derzeit Regieassistentin am Theater Osnabrück ist. „Ernst und Falk“ kreist um die Frage, was Freimaurer eigentlich sind und behandelt Fragen wie die nach dem perfekten Staat.

(Weiterlesen: Spielplan des Theaters Osnabrück 2016/17)

Auseinandersetzung mit sich selbst

Der Zugang zum Text sei wie ein Geduldsspiel, sagt Birga Ipsen. Immer, wenn man denke, ihn verstanden zu haben, entdecke man eine neue Perspektive auf den Text. Das sei wie mit den Spiel-Kuben, die zum Bühnenbild gehören und die mit viel Geduld nach und nach zusammengesetzt werden müssen.

Für Ipsen fordert der Text zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst heraus. „Wo will ich hin?Was ist um mich herum? Wie ändere ich mich?“ Das seien Fragen, die gestellt würden.

(Weiterlesen: Lesereise des Theaters, die demnächst auch ins Lortzinghaus führt)

Die Premiere am Freitag, 2. Dezember, ist ausverkauft; Karten gibt es für die Vorstellung am Donnerstag, 15. Dezember, 19.30 Uhr. Kartentel.: 0541/7600076.


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