„Faires Kämpfen“ in Osnabrück Respekt voreinander – Judo miteinander

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Osnabrück. In dem Projekt würden im wahrsten Sinne des Wortes „Berührungsängste“ abgebaut, lobte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Junge deutsche und geflüchtete Menschen zeigten, was sie bei „Faires Kämpfen“ gelernt haben.

Zehn Auszubildende bei VW und zehn junge Geflüchtete aus den Sprachlernklassen der Berufsbildenden Schulen am Westerberg lernen sich am Montag beim ersten gemeinsamen Training kennen. Am Freitag präsentieren sie sich als eine Gruppe und Zweierteams, die miteinander Spaß haben auf der Basis gegenseitigen Respektes.

Trainer und Initiator dieses Integrationsprojektes ist der Polizeioberkommissar und Judoka Sebastian Häfker. Seit über einem Jahr wirbt er für seine Idee, trainiert in seiner Freizeit junge Deutsche und Flüchtlinge in Kampfsport.

Gemeinsame Regeln

Mit den sportlichen Begegnungen sollen Einheimische und Zugezogene unverkrampft miteinander in Kontakt kommen. Sie alle befolgen gemeinsame Regeln und achten die gleichen Werte, haben Respekt vor dem anderen, so wie er ist.

Aus den ersten Erfahrungen entwickelte Häfker so etwas wie einen Crashkurs: An vier Tagen hintereinander kommen die Teilnehmer zusammen, „wie in einem Trainingslager vor Wettkämpfen“, erläutert der Kampfsportler . Sie lernen sich kennen, trainieren gemeinsam und müssen auch gemeinsam den Muskelkater überwinden.

Suche nach Finanzierung

Was nach vier Tagen dabei herausgekommen ist, zeigten die jungen Leute am Freitagvormittag einer großen Besuchergruppe bei VW, wo auch das Training stattfand. Denn ehe Häfkers Pläne umgesetzt werden konnten, musste er sich um eine Finanzierung kümmern. Hilfesuchend hatte sich der Polizeibeamte an die Bürgerstiftung Osnabrück gewandt, die wiederum ihre Kontakte nutzte.

Finanzielle Unterstützung gab es schließlich vom Caritasverband und von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Und hier kommt Boris Pistorius ins Spiel, der als Vorsitzender des Stiftungsrates ein Wörtchen mitzureden hat, wenn es um die Verteilung der Lotto-Gelder geht. Es sei ihm leichtgefallen, ein so tolles Sportprojekt in seiner Heimatstadt zu fördern, betonte der Minister.

Pistorius war zuvor anlässlich des Vorlesetages in der Heinrich-Schüren-Schule gewesen und hatte die Viertklässler gefragt, was sie sich wünschen würden, wenn sie vor Krieg in ein anderes Land flüchten müssten. Die Antwort: „Wir wollen fair behandelt werden und die Sprache lernen können.“ Pistorius: „Das sagt doch alles.“

Urkunde vom Minister

Sebastian Häfker dankte allen, die ihn bei seinem Projekt unterstützen: VW, die Bürgerstiftung, die Berufsbildenden Schulen am Westerberg, die Polizei und deren Dialogbeauftragte Sabina Ide. Mit der finanziellen Unterstützung kann er weitere Kurse anbieten. Der Judoka würde seine Integrationsbemühungen gerne noch früher ansetzen : „Ich habe schon Konzepte für ein Projekt im Kindergarten ausgearbeitet.“

Die Teilnehmer der ersten beiden Kurse „Faires Kämpfen für Toleranz und Integration“ wurden mit Urkunden belohnt, die der Bürgerstiftungsvorsitzende Klaus Lang mit dem Minister überreichte. Pistorius posierte selbstverständlich auch für ein Gruppenfoto. Nur aufs Kreuz legen lassen wollte er sich nicht.


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