Sanierung für 1,15 Millionen Euro Hasestraße in Osnabrück wieder freigegeben

Von Christian Ströhl

Eine letzte Sperrung: Für dieses Foto musste der Verkehr noch einmal kurz stillstehen. Verantwortlich dafür – und für die Fertigstellung der Hasestraße in Osnabrück – zeichnen Burkhard Guttowski (Stadtwerke), Jella Kraus (Bauleitung), Ingo Hannemann (Leiter Technik der SWO), Jürgen Schmidt (Osnabrücker Projektgesellschaft), Hartmut Dieckmann (Geschäftsführer Dieckmann Bauen + Umwelt) und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Jörn MartensEine letzte Sperrung: Für dieses Foto musste der Verkehr noch einmal kurz stillstehen. Verantwortlich dafür – und für die Fertigstellung der Hasestraße in Osnabrück – zeichnen Burkhard Guttowski (Stadtwerke), Jella Kraus (Bauleitung), Ingo Hannemann (Leiter Technik der SWO), Jürgen Schmidt (Osnabrücker Projektgesellschaft), Hartmut Dieckmann (Geschäftsführer Dieckmann Bauen + Umwelt) und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Zeiten, in denen die Hasestraße in Osnabrück nur einspurig befahren werden konnte, sind vorbei. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wurde die Altstadtstraße wieder eröffnet. Insgesamt hat das Bauprojekt über eine Million Euro verschlungen.

„Öwer de Hase“,Iburger StraßeIburger Straße und Hasestraße: Zum Jahresende gibt es weniger Baustellen in Osnabrück. Viele Rad- und Autofahrer, Fußgänger, Anlieger und Einzelhändler sind besonders froh über den Abschluss der Arbeiten in der nördlichen Altstadt. Nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit und einer Planung, die sich über fast zehn Jahre erstreckte, vermeldete Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am Freitag: Die Hasestraße ist wieder offen.

Langes Gezerre um Finanzierung

Rückblick: Um die Finanzierung des Umbaus der Hasestraße hatte es lange ein Gezerre gegeben. 2006 scheiterte die Realisierung eines Architektenvorschlags am Geld. Danach strebte die Stadt eine preiswertere Lösung an: Größenordnung 350.000 Euro. Die Anlieger sollten die Hälfte davon in Eigenregie aufbringen. Die kleinen, inhabergeführten Geschäfte sagten zu. Ausgerechnet die Filialisten aber verweigerten eine Beteiligung. Bis zum Oktober 2015. Damals konnte Bert Karrasch von der Werbe- und Interessengemeinschaft Hasestraße endlich die Zusage über die fehlenden 175.000 Euro vermelden. Eigentlich hätten die Bauarbeiten damit losgehen können. Als die Angebote der Bauunternehmen jedoch vorlagen, wurde klar, dass die Maßnahmen noch einmal 50.000 Euro mehr kosten würden. Die Stadt sprang schließlich ein und die Sanierung begann im Juni 2016.

Blick in die Geschichte: Als die Hasestraße Osnabrücks Schuh-Meile war

Wie sich nun herausstellte, waren die Kosten noch höher. „450.000 Euro haben wir für die Neugestaltung zahlen müssen“, sagt Jürgen Schmidt von der Osnabrücker Projektgesellschaft. 52 von 57 Anliegern hätten sich daran beteiligt. Allein 150.000 Euro hätte die neue Beleuchtung gekostet. 15 LED-Hängeleuchten sorgen nun für Licht in der Hasestraße. Sie verdrängen 100 der ungeliebten Kugelleuchten aus den 80er Jahren. Dadurch werden die Stromkosten um 60 Prozent reduziert (von 7500 Kilowattstunden pro Jahr auf 3000) und es ist mehr Platz auf den Gehwegen. Außerdem wurden 2500 Quadratmeter neues Pflaster verlegt und die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut.

Aber auch die Stadtwerke mussten für die Sanierung tief in die Tasche greifen. Die Kosten für die Tiefbauarbeiten belaufen sich laut Ingo Hannemann, Leiter Technik der Stadtwerke Osnabrück, auf 700.000 Euro. 3000 Meter Kabel sowie Hunderte Meter neue Gas- und Wasserleitungen seien verlegt worden. „Wir wissen, dass längere Baustellenphasen nicht nur für die Anwohner, sondern vor allem auch für die Einzelhändler und ansässigen Firmen eine große Belastung darstellen. Aber es hat sich gelohnt.“ Ingo Hannemann

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Auch OB Griesert freute sich, dass die Beeinträchtigung für die Anrainer der Hasestraße ein Ende hat. Zudem dürfte der Verkehr nun wieder besser durch Osnabrück fließen. Immerhin fahren 6000 Fahrzeuge und 400 Busse täglich durch die Hasestraße. Wie übrigens der Fahrer eines Betonmischers. Dieser bog verbotenerweise von der Hase- in die Turmstraße ein – direkt vorbei an den knapp 40 Leuten, die zum Pressetermin gekommen waren. Für Griesert an diesem Tag ein Grund zum Schmunzeln: „Die 20 Euro sollten direkt in die Kassen für die Hasestraße fließen.“