Wissenschaftspreis 2016 Land Niedersachsen zeichnet Osnabrücker Professorin aus

Die Erfinderin der „Osnabrücker Wildblumen-Mischung“, Prof. Dr. Kathrin Kiehl, erhält den Niedersächsischen Wissenschaftspreis 2016. Foto: NOZ-Archiv/Stefanie HiekmannDie Erfinderin der „Osnabrücker Wildblumen-Mischung“, Prof. Dr. Kathrin Kiehl, erhält den Niedersächsischen Wissenschaftspreis 2016. Foto: NOZ-Archiv/Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Für ihre Arbeiten im Bereich Naturschutz und Renaturierung erhält die Osnabrücker Hochschulprofessorin Dr. Kathrin Kiehl den Niedersächsischen Wissenschaftspreis 2016. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird am Donnerstagabend in Hannover verliehen.

Mit dem Niedersächsischen Wissenschaftspreis würdigt das Land bereits zum zehnten Mal heimische Persönlichkeiten, die überragende Leistungen in Forschung, Lehre und Studium gezeigt und sich darüber hinaus mit großem persönlichem Einsatz bei Projekten inner- und außerhalb der Hochschule engagiert haben. 14 Preisträger gibt es in diesem Jahr. Sie teilen sich insgesamt 82.500 Euro an Prämien.

Die Osnabrückerin Kiehl erhält den Preis als herausragende Wissenschaftlerin einer Fachhochschule. „Ich freue mich sehr über diesen Preis, der eine Anerkennung für meine Forschung zum Naturschutz und zur Renaturierung städtischer und ländlicher Lebensräume darstellt“, sagte Kiehl unserer Redaktion in einer ersten Stellungnahme. Die 52-Jährige hat seit 2007 die Professur für Vegetationsökologie und Botanik an der Hochschule Osnabrück inne.

Blühende Landschaften

In ihren aktuellen Forschungsprojekten geht es beispielsweise um die Begrünung der Stadt mit heimischen Wildpflanzen. Für das Osnabrücker Bienenbündnis entwickelte sie die Wildpflanzenmischung „Osnabrücker Mischung“, die in der Stadt an verschiedenen Orten ausgesät wurde. Ihre Arbeit führt Kiehl aber auch in die weite Welt: So forscht sie in Westsibirien zum Thema Klimawandel und nachhaltige Landnutzung.

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium bringt die Verdienste der Professorin wie folgt auf den Punkt: „Sie bearbeitet drängende gesellschaftliche Fragen, die weltweit an Bedeutung gewinnen.“ Nicht unerwähnt bleibt Kiehls Tätigkeit an der Universität Osnabrück als Erstprüferin bei kooperativen Promotionen sowie ihr starkes Engagement zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Hochschule Osnabrück, wo sie das Doktorandenkolloquium an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur aufbaut.

Gravitationswellen gemessen

„Die Auswahl der diesjährigen Preisträger zeigt, wie vielfältig und innovativ die niedersächsische Hochschullandschaft ist“, stellt die Landesministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne), in einer Mitteilung zum Wissenschaftspreis 2016 fest. Als herausragender Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität wird Prof. Dr. Karsten Danzmann ausgezeichnet. Auch sein Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Danzmann ist Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz-Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Er hat mit seinem Team einen wichtigen Teil der neuen Messtechnologie entwickelt, mit denen 2015 in den USA zum ersten Mal Gravitationswellen direkt nachgewiesen wurden.

Der Preis für Nachwuchswissenschaftler, dotiert mit 20.000 Euro, geht an Sarah Verhulst von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Die Juniorprofessorin am Exzellenzcluster „Hearing4all“ befasst sich unter anderem mit der Entwicklung diagnostischer Methoden zur Gehör-Untersuchung. Darüber hinaus werden elf Studenten mit dem Niedersächsischen Wissenschaftspreis 2016 ausgezeichnet, darunter zwei Teams. Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von 2500 Euro.


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