5000 Euro für DBU-Gebäude Holzbaupreis für Osnabrücker Naturerbe-Haus

Das Osnabrücker Naturerbe-Haus ist mit dem ersten niedersächsischen Holzbaupreis ausgezeichnet worden. Foto: Jörn MartensDas Osnabrücker Naturerbe-Haus ist mit dem ersten niedersächsischen Holzbaupreis ausgezeichnet worden. Foto: Jörn Martens

Osnabrück/Celle. Das Osnabrücker Naturerbe-Haus, ein überwiegend aus Holz errichtetes Ausstellungs- und Seminargebäude der Umweltstiftung, gewinnt den ersten niedersächsischen Holzbaupreis.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, hat eine bessere Ökobilanz und ist auch nicht teurer als andere Baumaterialien – dennoch wird in Niedersachsen so wenig wie in keinem anderen Flächenbundesland mit Holz gebaut: Der Anteil der überwiegend mit Holz errichteten Wohngebäude an Neubauten betrug 2015 in unserem Bundesland lediglich 9,1 Prozent. Um das zu ändern, hat Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwoch in Celle erstmals den Holzbaupreis Niedersachsen verliehen.

5000 Euro Preisgeld

Der erste Preis in Höhe von 5000 Euro ging an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück für ihr neues Ausstellungs- und Seminargebäude . Für die Außenhülle wurde das Holz von Weißtannen genutzt, für die Dämmung Hanf, für die Innenwand Holzpaneele. „Sie setzen damit ein Zeichen für Nachhaltigkeit und zeugen Respekt gegenüber unserer klimagebeutelten Umwelt, ohne dabei architektonische Abstriche zu machen“, sagte Meyer bei der Preisverleihung im Rahmen einer Holzbaufachtagung.

Emissionen nur halb so groß

Laut Hermann Spellmann, Leiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen, wird der Holzbestand in den niedersächsischen Wäldern bis 2042 weiter zunehmen. Dabei gebe es allerdings Verschiebungen bei den Holzarten: Auf der einen Seite weniger Fichte und Kiefer, dafür mehr Buche. Beim Holzbau wird zu rund 90 Prozent Fichte eingesetzt. „Am Holz für Holzbauten wird es auch in Zukunft nicht mangeln. Aber das Bauen mit Holz muss einfacher werden“, forderte Spellmann.

Nach Angaben von Sabrina Schäfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaft der Uni Bochum, sind die durch die Errichtung von Holzbauten verursachten Emissionen nur halb so groß wie bei mineralischen Gebäuden. Da der europäische Bausektor 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs verursache, gebe es durch mehr Holzbauten ein enormes Potenzial für einen besseren Klimaschutz.

35 Bewerber für Holzbaupreis

Für den niedersächsischen Holzbaupreis gab es 35 Bewerber. Die Jury begründete ihre Wahl für das DBU-Ausstellungs- und Seminarhaus u.a. mit der Klarheit des Entwurfs. „Gleichzeitig ist dank der Rhythmisierung sowohl der konstruktiven Bestandteile als auch der funktionalen Nutzungseinheiten bei Vermeidung von Tristesse ein umfangreiches Maß an Flexibilität gewährleistet. Außerdem wird der Auftrag der Nutzer anhand der weitgehenden Verwendung natürlicher, ressourcenschonender Baustoffe beispielhaft umgesetzt“, so die Würdigung der Jury aus Architekten und Stadtplanern.


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