Schau im Intervision-Studio Carola Rümper zeigt Rümperiens

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Knochenreste ihrer Rümperiens im Wüstensand zeigt Carola Rümper augenzwinkernd im Intervision-Studio.Foto: Klaus LindemannKnochenreste ihrer Rümperiens im Wüstensand zeigt Carola Rümper augenzwinkernd im Intervision-Studio.Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Im heißen Wüstensand von Sinai ist Carola Rümper auf uralte Überreste der Rümperiens gestoßen. Davon zeugen nicht nur Fotos an den Wänden des Osnabrücker Intervision-Studios, auf denen weiße Knochenreste im Sand zu sehen sind, sondern auch die Funde selbst. Die zerbrochenen Überbleibsel der kryptischen Lebensform hat Carola Rümper auf einem Podest in der Raummitte angeordnet.

Im heißen Wüstensand von Sinai ist Carola Rümper auf uralte Überreste der Rümperiens gestoßen. Davon zeugen nicht nur Fotos an den Wänden des Intervision-Studios, auf denen weiße Knochenreste im Sand zu sehen sind, sondern auch die Funde selbst. Die zerbrochenen Überbleibsel der kryptischen Lebensform hat Carola Rümper auf einem Podest in der Raummitte angeordnet.

Aber Moment mal... Rümperiens? Was soll das denn sein? Die Osnabrücker Kunstkenner erinnert sich vielleicht an seltsam geformte Wesen mit schmalen Gliedern und schwarzer Außenhaut. Schließlich hat Carola Rümper bis 2009 in Osnabrück gelebt und gearbeitet und ihre Rümperiens unter anderem bei der Arte Regionale gezeigt. Inzwischen ist die Künstlerin nach Berlin umgezogen. Ihre Rümperiens hat sie dort weiterentwickelt.

Oder sollte es besser heißen: Sie hat nach ihnen geforscht? Ohne mit der Wimper zu zucken, berichtet die Künstlerin von ihren Rümperiens.Danach gefragt, seit wann es die Rümperiens gibt, zeigt sie auf ein Datum unter den Fotos aus dem Sinai: 1330 v. Chr. steht dort. „Das sind die ältesten Funde“, sagt Carola Rümper völlig ernst.

Auch ein Brief von einem gewissen Heinz Steins aus Neukölln ist zu lesen. Der hat der Künstlerin geschrieben, dass er Rümperiens in seinem Keller gefunden hat. Die Beweisfotos hängen gleich daneben. Genauso sind Bilder vom Kunstfestival „48 Stunden Neukölln“ zu sehen, bei dem Besucher sich in einer Kleingartenkolonie mit Ferngläsern auf die Suche nach den Rümperiens machen. Auf dem erläuternden Text dazu werden die schwarzen Wesen als Alternative zum verstorbenen Eisbären Knut vorgeschlagen.

Auch rund um den Tahir-Platz in Kairo hat Carola Rümper sich auf die Suche gemacht, wie eine Videoinstallation in der Ausstellung zeigt. In Ägypten war die Künstlerin mehrfach. 2003 ermöglichte ihr ein Stipendium einen Aufenthalt in Luxor. Inzwischen ist Carola Rümper mehrmals in Kairo gewesen. Das Video am Tahir-Platz hat sie 2010 gedreht, also vor dem Arabischen Frühling. Auch 2011 war sie nochmals in Kairo. Dieses Jahr fährt sie nicht. Die jüngsten Gewaltausbrüche machen den Aufenthalt zu gefährlich.

Was das Video unter anderem zeigt: Carola Rümper kommt über ihre Kunst im öffentlichen Raum in Kontakt mit den Leuten. Sie würde viel über sie und ihr Leben erfahren. Das gilt auch für ihre Arbeit im Berliner Stadtteil Marzahn, wo Carola Rümper inzwischen ihr Atelier hat. In einem alten Ladenlokal an der Marzahner Promenade kommt sie leicht in Kontakt mit den Marzahnern – die nach ihrer Erfahrung so gar nichts mit dem Klischeebild einer Cindy aus Marzahn zu tun haben. Bei ihrem jüngsten Projekt „Flagge zeigen“ kam sie vielmehr mit der kunstinteressierten Seite der Marzahner in Kontakt. Die hatte Rümper nämlich aufgefordert, in ihrem Bezirk nach Rümperiens zu suchen und die Fundorte zu fotografieren. 50 Fotos gingen bei Carola Rümper ein. Von denen sind zwar keine in der Osnabrücker Ausstellung zu sehen, weil die Künstlerin das Projekt erst kurz vorher abgeschlossen hat. Doch das Experiment zeigt: Es gibt noch viele Rümperiens zu entdecken. Wer weiß, wo die nächsten gefunden werden.

„Rümperiens Unlimited“: Intervision-Studio, bis Samstag, 7. September. Öffnungszeiten: Mi-Fr 16 bis 18 Uhr, Sa 12-14 Uhr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN