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Interview: Heiko Panzer (SPD) Stadtteilserie Eversburg: „Wir müssten den Rubbenbruchsee klonen“

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<em>Für die SPD</em> seit der Kommunalwahl im September im Osnabrücker Rat: Heiko Panzer. Foto: Thomas OsterfeldFür die SPD seit der Kommunalwahl im September im Osnabrücker Rat: Heiko Panzer. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Über Jahrzehnte vertrat Alice Graschtat die SPD im Stadtteil Eversburg. Ihr Nachfolger ist seit der Kommunalwahl im vergangenen September Heiko Panzer (39). Ein Gespräch über das Parken am Rubbenbruchsee, die Borgelt-Fläche und leckeren Fisch.

Herr Panzer, Sie wohnen in Haste, vertreten aber den Wahlbereich Atter, Eversburg, Hafen. Wie kommt das?

Ich wurde über persönliche Kontakte angesprochen, und wir waren uns schnell einig, dass ich vom Typ Mensch her zum Stadtteil passe. Das erlebe ich auch in den vielen Kontakten, die ich hier im Wahlkampf und danach geknüpft habe. Man kommt sehr leicht mit den Leuten ins Gespräch, da der Stadtteil ja sehr bunt ist.

Sie sagen, Sie sind viel rumgekommen. Deshalb wollen wir mal prüfen, wie gut Sie die Leute im Stadtteil schon kennen. Waren Sie schon im Flüchtlingsheim und im Jugendzentrum Westwerk?

Im Westwerk finden ja auch die Bürgerforen statt, und ich kenne über den Runden Tisch auch die Leitung der Einrichtung. Ich bin über Facebook nah dran. Man kommuniziert auf modernem Wege.

Waren Sie auch schon im Eversburger Bahnhof?

Lecker, Fisch! Das ist, glaube ich, in der Hinsicht die erste Adresse in Osnabrück. Beruflich und privat bin ich da schon mehrfach eingekehrt. Letztes Jahr war ich drei- oder viermal da.

Sie haben das Bürgerforum angesprochen: Da ist ja auch der Bürgerverein sehr engagiert. Sind Sie mit dem im Gespräch?

Nicht immer von Angesicht zu Angesicht. Man tauscht sich über Briefwechsel aus. Man schreibt mir, und ich versuche, Probleme zu lösen. Und es kommt auch schon mal vor, dass wir von der SPD und der Bürgerverein die gleichen Themen im Bürgerforum anmelden. Am Neujahrsgang versuche ich immer teilzunehmen, das erste Highlight des Jahres.

Sie sind berufstätig, Mitglied im Lenkungsausschuss Neumarkt, sitzen im Aufsichtrat der Parkstätten-Betriebsgesellschaft OPG und sind verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Bleibt da noch Zeit für „Ihre“ drei Stadtteile?

Es ist sicher schwierig mit einem 40- bis 45-Stunden-Job, bei dem ich auch noch reise, immer präsent zu sein. Aber ich versuche das. Man kann mich anrufen, mich anmailen. Ich gehe zu den Bürgerforen, der Runde Tisch Eversburg tagt leider manchmal gleichzeitig mit dem Rat. Ich habe auch die Idee, dass die SPD „Eversbürger-Gespräche“ einführt, damit die Scheu nicht so groß ist.

Wie haben Sie sich zuletzt für Eversburg eingesetzt?

Ich fange mal mit einer Kleinigkeit an: Der SV Eversburg hat mich angesprochen wegen defekter Sprunggeräte in der Halle am Grünen Weg. Da stelle ich den Kontakt zur Verwaltung her und drücke auf die Tube. Jetzt haben wir die Idee, die Sportgeräte mit denen der Schlosswallhalle und der Caro-Halle zu ergänzen. An der Natruper Straße kommt am Eversburger Platz eine Fußgängerampel hin, weil festgestellt wurde, dass hier 140 Personen täglich ungeschützt die Straße queren. Das sind Dinge, bei denen ich Fachbereich und Stadtteil-Engagement miteinander kombinieren kann.

Seit Jahren kämpft der Bürgerverein dafür, dass sich die Parkplatzsituation am Rubbenbruchsee verbessert. Wie lässt sich das herstellen?

Einerseits haben wir von der SPD die Idee, ein zweites wassernahes Erholungsgebiet zu schaffen. Wir müssten den Rubbenbruchsee eigentlich klonen. Andererseits ist die Parksituation beengt. Warum muss man unbedingt das Auto mit in den Wald reinnehmen? Ich glaube, von der Eversburger Seite aus, bestehen keine großen Möglichkeiten, Parkplätze zu schaffen. Aber es sollte etwas von der Atteraner Seite über die Siedlung an der Leyer Straße passieren. Die Idee, die Straße auszubauen und Parkplätze zu schaffen liegt auf dem Tisch. Ich glaube allerdings, dass man das nie so entspannen wird, dass es am Wochenende nicht doch zu Problemen kommt. Denn wenn man Parkplätze schafft, zieht man auch wieder Verkehr an.

Am See steht ja nach wie vor die Bauruine Lingemann...

Darauf wird man permanent angesprochen. Wir engagieren uns dafür, dass dort endlich etwas entwickelt wird oder sie dort wegkommt. Man könnte zum Beispiel den Abriss durchsetzen.

Aber dort steht doch gerade wieder ein Konzept zur Diskussion, wonach 15 Wohnungen entstehen sollen?

Alle drei Monate haben wir ein neues Konzept auf dem Tisch, es klappt leider nie, das umzusetzen. Ich hoffe, dass der Schandfleck dort wegkommt. Das ist ein großes Ärgernis.

Für einige galt sicher auch die Eisengießerei Borgelt als Schandfleck. Sie ist nun Geschichte. Wie schnell sollte sich auf der nun entstandenen Brachfläche etwas tun?

Am besten gestern. Wohnbebauung ist ein Ziel. Eversburg kann wieder mehr Einwohner vertragen, deshalb auch die Nachverdichtung an der Schwenkestraße hin zum Neubaugebiet. Andererseits sehe ich auf der Borgelt-Fläche auch die Chance für einen kleinen Nahversorger oder Bäcker. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist zu Fuß kaum zu erreichen, und es leben viele ältere Menschen in der Nähe.

Sehen Sie ernsthafte Probleme in Eversburg?

Absolut. Der Armutsbericht hat deutlich gezeigt, dass wir hier was tun müssen, was vorschulische Bildung und das soziale Netzwerk angeht. Die IGS arbeitet deutlich dagegen. Die Schule wird gut angenommen. Die Grundschule Eversburg wird jetzt zur Ganztagsschule mit Mensa ausgebaut. Dann kann auch wieder eine Schulsozialarbeiterin eingestellt werden, die kürzlich wegen des Auslaufens des Landesprojekts Niko weggefallen ist.


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