Wolfgang Beckermann ist Favorit Grevens Stadtkämmerer soll Rzyskis Nachfolge antreten

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Etats zusammenstreichen werde er nicht, sagt Wolfgang Beckermann. Der 57-jährige Stadtkämmerer aus Greven soll neuer Vorstand für Bildung, Kultur und Soziales werden. Foto: Ralf EmmerichEtats zusammenstreichen werde er nicht, sagt Wolfgang Beckermann. Der 57-jährige Stadtkämmerer aus Greven soll neuer Vorstand für Bildung, Kultur und Soziales werden. Foto: Ralf Emmerich

Osnabrück. Wolfgang Beckermann soll Osnabrücks neuer Vorstand für Bildung, Soziales und Kultur werden. Der parteilose Verwaltungsprofi ist Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer in Greven.

Am Dienstag entscheidet der Rat, wer für die nächsten acht Jahre Nachfolger von Rita Maria Rzyski werden soll. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert schlägt einen Kandidaten zur Wahl vor, der sich vor allem mit Finanzen einen Namen gemacht hat, Ressorts wie Soziales, Jugend und Bildung aber nicht zu seinen Nebenfächern zählt.

In Greven der zweite Mann

Wolfgang Beckermann (57) ist der zweite Mann in der Grevener Stadtverwaltung. 2007 wurde er dort zum Stadtkämmerer gewählt, vier Jahre später machte ihn der Rat zum Ersten Beigeordneten und damit zum Vertreter des Bürgermeisters. Zu seinen Aufgaben gehören Personalwesen und Organisation, Rat und Ausschüsse, Steuern und Abgaben, Finanz- und Beteiligungsmanagement, Arbeit und Soziales, Jugend, Bildung und Kultur. Beckermann lehrt außerdem nebenberuflich an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen zu Themen wie Personalmanagement und Organisation.

Erst vor einer Woche hat der Verwaltungsfachwirt in seiner münsterländischen 37000-Einwohner-Stadt den Haushaltsentwurf für 2017 vorgestellt und von einem „schwierigen Spagat zwischen Expansion und Konsolidierung“ gesprochen. Da wusste er wohl schon, dass er in Osnabrück als Favorit ins Rennen geht. Am Montag will er sich in den Fraktionen des Osnabrücker Rates vorstellen.

„Der beste Kandidat„

Die Nachricht von der Nominierung des Greveners überrascht Beobachter der kommunalen Szene, die eine Frau für die Rzyski-Nachfolge erwartet hatten. Mit dem neuen Fachbereichsleiter wird der Verwaltungsvorstand wie in alten Zeiten zur Männerrunde . Oberbürgermeister Wolfgang Griesert findet das vertretbar. Beckermann sei „einfach der beste Kandidat“ gewesen. Darauf komme es an, um dem breiten Aufgabenprofil gerecht zu werden.

Beckermann wird zugeschrieben, dass er maßgeblich zur Konsolidierung des Grevener Stadthaushalts beigetragen habe. Dass ein ausgewiesener Mann der Finanzen in Osnabrück das Dezernat für Bildung, Kultur und Soziales übernehmen soll, ist für ihn nur ein scheinbarer Widerspruch. In der Öffentlichkeit werde er zwar vorrangig als Stadtkämmerer wahrgenommen, in seiner Arbeit gebe es aber zahlreiche Berührungspunkte, betont Beckermann. Und niemand solle glauben, dass er im Rathaus antrete, um die Etats zusammenzustreichen – „im Gegenteil, ich sehe mich da anders unterwegs“.

„Kritischer Christ“

In Greven sei die Schulentwicklung eine seiner wichtigsten Aufgaben gewesen, sagt der 57-Jährige. Die Stadt werde in den kommenden Jahren 25 Millionen Euro in eine neue Gesamtschule und die offene Ganztagsschule investieren. Außerdem habe er als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck viel Erfahrung im Kulturmanagement.

Der Favorit des Oberbürgermeisters ist Katholik, verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Er bezeichnet sich als „kritischer Christ“ und berichtet, dass er sich in seiner Jugend in der Chile-Solidarität engagiert habe. Beckermann hat angekündigt, dass er nach Osnabrück ziehen will, weil das neue Amt Nähe erfordere. Wenn der Rat ihn am Dienstag wählt, will er „möglichst zeitnah zum Jahresbeginn“ seinen Dienst antreten.


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